Auch im Taunus standen die Straßen nach Gewitter und Starkregen unter Wasser. Quelle: imago images/Jan Eifert

Starkregen, Hagel, Sturm: Hier wüteten Unwetter in Deutschland besonders heftig

Überschwemmte Straßen, umgeknickte Bäume und vollgelaufene Keller. Diese Bilder waren in den letzten Tagen sehr präsent – und für viele Menschen sehr real. Fast überall in Deutschland gab es starke Unwetter mit Sturm und Starkregen. Unter anderem besonders stark betroffen war Bayern. Hier hatte der Deutsche Wetterdienst teils seine höchste Warnstufe ausgesprochen. In Landshut wurden Autos von den Wassermassen mitgerissen, außerdem geriet dort ein Dachstuhl in Brand, nachdem ein Blitz eingeschlagen war.

64-Jähriger ertrinkt in Wassermassen

Ein Mann aus Baden-Württemberg kam am Montag durch das Unwetter ums Leben. Er sei in seiner Wohnung im Untergeschoss eines Mehrfamilienhauses im Ort Rot an der Rot von den Wassermassen überrascht worden, sagte ein Sprecher der Polizei. Feuerwehrleute konnten den Toten erst Stunden später bergen, nachdem das Wasser abgeflossen war.

Ganzer Ort versinkt im Wasser

Auch in Thüringen hatte die Extremwetterlage schlimme Folgen: Hier wurde ein kompletter Ort überschwemmt. Der kleine Ort Gierstädt bei Erfurt stand nach starken Regenfällen zeitweise ganz unter Wasser. Die Polizei sperrte daraufhin alle Zufahrtsstraßen ab. „Das Wasser kam aus dem Wald geschossen“, sagte Bürgermeister Ulf Henninger. Dabei seien auch Schlammmassen in den Ort gespült worden. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow sagte den betroffenen Kommunen Hilfe zu.

Notrufnummer fällt aus

In Hessen hielt das Extremwetter zahlreiche Anwohner und Einsatzkräfte in Atem. Besonders betroffen waren das Rhein-Main-Gebiert und Osthessen. Im Landkreis Fulda kamen laut Polizei 100 Liter Regen pro Quadratmeter in der Stunde vom Himmel. Die Folgen: herausgesprungene Gullideckel und überflutete Straßen. Und zeitweise keine Notrufmöglichkeit in Fulda. Dort war die Notrufnummer 112 vorübergehend nicht erreichbar, die 110 war laut Polizei „völlig überlastet“.

Schlammlawine erfasst Mehrfamilienhaus

In Annaberg-Bucholz im sächsischen Erzgebirgskreis löste ein Gewitter eine Geröll- und Schlammlawine aus. Laut Feuerwehr sei diese von einem Feld aus durch den Ortsteil Geyersdorf gerollt und habe dabei auch ein Mehrfamilienhaus erfasst. Das Gebäude konnte mit Sandsäcken gegen die Wasser- und Schlammmassen geschützt werden.

Ein Ende in Sicht?

Vor allem in der Mitte, im Osten und Süden Deutschlands kann das feuchtwarme Wetter laut Deutschem Wetterdienst am Donnerstag und Freitag für weitere Gewitter sorgen. Stellenweise kann es demnach auch wieder zu örtlichen Unwettern mit Starkregen, Hagel und Sturmböen kommen. Ab Samstag sei die Unwettergefahr dann aber gebannt.

RND/dpa/les