Dieses vom russischen Notfallministerium zur Verfügung gestellte Videostandbild zeigt einen Waldbrand in der Region Irkutsk. Fast 3000 Feuerwehrleute kämpfen in Russland gegen aktuell etwa 75 Waldbrände. Quelle: Uncredited/Russian Emergency Min

In Russland brennen über 500 Quadratkilometer Wald – 3000 Helfer im Einsatz

Moskau. Fast 3000 Feuerwehrleute kämpfen in Russland gegen aktuell etwa 75 Waldbrände. 28 Löschflugzeuge seien derzeit im Einsatz, teilten die Behörden am Sonntag mit. Demnach wüteten die Feuer auf insgesamt mehr als 500 Quadratkilometern Fläche, was fast der Größe des Bodensees entspricht. Gegenüber dem Vortag hätten sich die Flammen nochmals ausgebreitet. Allerdings gebe es auch Erfolge bei den Löscharbeiten: Allein am Samstag seien Feuer auf insgesamt 32 Quadratkilometern Fläche gelöscht worden.

„Die Zahl der Brände geht zurück, wie im Juni üblich, weil zum Beispiel frisches Gras wächst“, sagte ein Sprecher der Umweltorganisation Greenpeace der Deutschen Presse-Agentur. Entwarnung könne aber noch nicht gegeben werden. Hauptsächlich betroffen ist wie im Vorjahr Sibirien.

So breite sich etwa am Baikalsee in Sibirien und in Jakutien im Nordosten Russlands die Brandfläche weiter aus, berichtete der Sprecher. „In diesem Jahr ergreifen die Behörden viel strengere Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung von Bränden.“ Es habe viele Geldstrafen gegeben, einige Menschen seien sogar festgenommen worden.

Zusätzliches Geld für Brandbekämpfung

Nach Angaben der russischen Regierung vom Sonntag sollen 2,7 Milliarden Rubel (umgerechnet 31 Millionen Euro) zusätzlich in die Brandbekämpfung fließen. Ein Großteil des Geldes sei für die Löscharbeiten gedacht, ein kleiner zur Überwachung von Bränden.

Nach Angaben der russischen Umweltschützer sind viele Waldbrände durch Fahrlässigkeit ausgelöst worden, etwa weil Lagerfeuer außer Kontrolle gerieten oder trockenes Gras angezündet wurde. Diesmal gebe es etwas weniger Brände als in den Vorjahren. Allerdings dauern die Brände in Russland schon seit Monaten an.

„Die offiziellen Daten weichen noch immer gravierend von der Realität ab“, sagte der Greenpeace-Sprecher zudem. Das Umweltministerium beklagte vor einigen Tagen, einige Regionen spielten das Ausmaß der Brände herunter. Gemeldete Angaben hätten nicht mit der Auswertung von Satelliten-Daten übereingestimmt.

Im flächenmäßig größten Land der Erde kommt es in den Sommermonaten immer wieder zu verheerenden Bränden. Sie liegen vielfach in abgelegenen Gegenden und bedrohen in der Regel keine Dörfer und Städte. Die Menschen in der betroffenen Region leiden aber unter giftigem Rauch.

RND/dpa