Mittwoch , 22. September 2021
Es wird heiß in Deutschland: Blick auf die Uferpromenade und die Liegewiese am Mainufer vor dem Bankenviertel in Frankfurt. Quelle: imago images/Ralph Peters

Erste Hitzewelle erreicht Deutschland, dann drohen wieder kräftige Unwetter

Hannover. Erst wird es sehr warm werden in Deutschland, dann überaus heiß, und dann folgen Donner, Blitz und Hagelschlag. Der Sommer hält in dieser Woche wie versprochen Einzug, sagt Britta Siebert-Sperl vom Wetterdienst Wetterkontor.

Zoe, Yona und Robert heißen die Fabrikanten des Wetters

Ausgangspunkt der Wetterlage sind ein Hoch namens Zoe über der Nordsee, Richtung Balkan wandert parallel das Hoch Yona und dazwischen befindet sich eine kleine Kaltfront, die die Diplommeteorologin am Dienstag über Deutschland hinwegziehen sieht. Die wiederum hängt an einem Tiefdruckgebiet über Skandinavien, das auf den Namen Robert getauft wurde.

Während am Dienstag im Süden die Temperaturen bereits an der 30-Grad-Marke kratzten, werde der Mittwoch deutschlandweit „sehr, sehr heiß“. Relativ trockene Kontinentalluft wird von Westen her angesaugt. Im Westen und Süden sollen 32 Grad erreicht werden. An Mosel, Saar, Neckar werden in der Spitze sogar bis zu 34 Grad erwartet. Im Norden und Osten sind bis zu 30 Grad möglich. Die Sonne strahlt übers ganze Gesicht, nur mancherorts gibt’s ein ein paar dünnschleierige Schönwetterwolken – Eisbecherwetter.

Der Donnerstag wird der Höhepunkt der trockenen Hitzetage

Am Donnerstag würden dann auch an der Küste die 30 Grad erreicht bis überschritten und die Hitzetage erreichen ihren Höhepunkt. Heißeste Regionen seien immer noch Westen und Südwesten mit bis zu 35 Grad. Die Stabilität der Wetterlage beginnt allerdings zu schwanken. Während im Norden und Osten noch viele Sonnenstunden zu erwarten sind, wird es in Eifel, Hunsrück und Schwarzwald zum Abend hinein Regen und Gewitter geben.

Am Freitag kippt das Wetter: Sturm und Hagelschlag drohen

Freitag wird es in Brandenburg und Sachsen, in Spreewald und Lausitz mit bis zu 35 Grad am heißesten werden. Insgesamt aber endet die deutschlandweite Wetterstabilität. Aus Schweiz, Frankreich und Benelux kommen die Tiefdruckgebiete, was erhöhtes Unwetterpotenzial mit sich bringt. Siebert-Sperl sieht „sehr hochreichende Gewitterwolken, und je hochreichender die sind, desto größer ist die Gefahr von Hagel, Böenwalzen und kräftigen Blitzentladungen“.

Das Wochenende? „Überall durchwachsen“, sagt die Wetterkontor-Meteorologin. Schwülheiß, Unwetter, Böen bis hin zu Sturmniveau. Am Sonntag sinken die Temperaturen auf 20 bis 24 Grad an der Küste und über den Höhen, punktuell wird im Land noch die 30-Grad-Marke gerissen.

Anfang der nächsten Woche würden Schauer und Gewitter dann wieder weniger werden, bei Temperaturen zwischen 18 und 24 Grad (See und Nordwesten) beziehungsweise 23 bis 27 Grad im Rest des Landes. Auf längere Gesamtsommerprognosen will sich Siebert-Sperl nicht festlegen lassen. Aktuelle Rechenmodelle ließen vermuten, dass sich im Rest des Junis ein kräftiges Azorenhoch über den britischen Inseln über Westeuropa ausdehnen kann, das die Tiefdruckrinnen fernhält.

„Das sieht gar nicht so instabil aus“, kommentiert Siebert-Sperl den Blick auf die Karten: Mäßig warme Temperaturen hoch im Norden würden sich aus diesem Modell ergeben, relativ große Hitze im Süden. Gewissheit aber gibt es nicht, die Modelle seien fragil: „Das kann in ein paar Tagen wieder ganz anders aussehen.“

RND/big