Harvey Weinstein, ehemaliger Filmproduzent aus den USA. Quelle: John Minchillo/AP/dpa

Weitere Vorwürfe: Harvey Weinstein wird an Kalifornien ausgeliefert

New York. Ein New Yorker Richter hat der Auslieferung des wegen Vergewaltigung verurteilten Ex-Filmproduzenten Harvey Weinstein an Kalifornien zugestimmt. Es gebe keinen Grund, den Transfer noch weiter zu verzögern, urteilte Richter Kenneth Case am Dienstag. In Kalifornien gibt es Vorwürfe des sexuellen Übergriffs gegen Weinstein.

Die Verteidigung von Weinstein hatte beantragt, dass er bis zum Beginn der Geschworenenauswahl in einem Prozess in Los Angeles in einem Gefängnis nahe Buffalo im US-Staat New York bleibt. Weinstein wurde im vergangenen Jahr zu 23 Jahren Haft verurteilt. Er hat dagegen Berufung eingelegt. Die Staatsanwaltschaft berichtete, dass Weinstein Ende Juni oder Anfang Juli am Gefängnis Wende in Alden abgeholt werden soll. Weinsteins Anwalt Norman Effman könnte Berufung gegen das Urteil vom Dienstag einlegen.

Weinstein hat verschiedene Krankheiten

Effman argumentierte, wenn Weinstein in Untersuchungshaft in Kalifornien käme, würde ihm das eine benötigte medizinische Versorgung vorenthalten. Die Bezirksstaatsanwältin Colleen Curtin Gable sagte, „es ist Los Angeles. Es ist nicht irgendein abgelegener Außenposten, der keine Art von medizinischer Versorgung hat.“ Weinstein hat verschiedene Krankheiten, darunter Diabetes, Arthritis und Augenbeschwerden, wegen der er schlechter sieht, wie seine Anwälte mitteilten.

Effman brachte neben Bedenken wegen der Gesundheit des 69-jährigen Weinstein auch Kritik an den Unterlagen zur Auslieferung hervor, die von den Behörden in Los Angeles eingereicht wurden.

Die kalifornische Staatsanwaltschaft wirft Weinstein sexuellen Übergriff in elf Fällen vor. Die Vorwürfe haben mit fünf Frauen zu tun, die mutmaßlichen Angriffe sollen sich in den Jahren 2004 bis 2013 ereignet haben.

RND/AP