Fußballer Antonio Rüdiger eilt dem notgelandeten Greenpeace-Aktivisten noch zu Hilfe. Quelle: imago images/Eibner

Bei Greenpeace-Aktion weggeschaltet, bei Eriksen-Kollaps „draufgehalten“: Twitter-User regen sich auf

Nach dem Zusammenbruch des dänischen Fußballers Christian Eriksen war Kritik an der Berichterstattung lautgeworden, unter anderem vom Deutschen Journalistenverband (DJV). Viele, darunter das ZDF und auch der Regisseur der internationalen TV-Aufnahmen von dem Spiel, verteidigten aber, dass die dramatischen Szenen auf dem Spielfeld auch im Fernsehen, aus gewisser Distanz, gezeigt wurden.

Unter den Kritikern lässt nun ein Ereignis vom Deutschlandspiel den Ärger wieder hochkommen: Denn bei der gescheiterten Greenpeace-Protestaktion kurz vor Anpfiff, bei der ein Mann mit Gleitschirm notlanden musste und zwei Menschen verletzt wurden, wurde relativ schnell weggeschaltet. Unter einigen Twitter-Userinnen und -Usern fehlt das Verständnis dafür. „Eriksen kämpft um sein Leben: UEFA hält voll drauf. Greenpeace Aktivist landet auf dem Spielfeld: SOFORT WEGSCHALTEN! ICH WIEDERHOLE SOFORT WEGSCHALTEN!“, schreibt etwa Pjotr Westanichs dort.

Auch ein anderer User zeigt sich stark verwundert: „Zu sehen, wie schnell das Bild bei einer Protestaktion gewechselt werden kann, macht mich eigentlich noch sprachloser, wie lange und genau der Überlebenskampf um Christian Eriksen gezeigt wurde“, meint er.

„Der Protest von Greenpeace wird vom ZDF oder der UEFA sofort ausgeblendet. Beim Umgang mit Eriksen gab es nicht mal ‘ne Entschuldigung“, befindet auch ein anderer Nutzer.

ZDF weist Kritik zurück

Der ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann hatte die Kritik zurückgewiesen, nicht angemessen über den Zusammenbruch des dänischen Fußballstars Christian Eriksen beim EM-Spiel gegen Finnland berichtet zu haben.

„Das ZDF ist mit dem tragischen Zwischenfall beim Spiel Dänemark-Finnland verantwortungsvoll umgegangen. Béla Réthy hat einfühlsam aus dem Stadion reportiert, die Kollegen im Studio die richtigen Worte gefunden. Ich kann auch keine Kritik an der internationalen Regie der Uefa üben. Als sich das Ausmaß der schweren Verletzung abzeichnete, gab es keine Naheinstellungen oder andere unpassende Bilder“, sagte Fuhrmann.

RND/hsc