Tote Seesterne an einem Strand. (Archivfoto) Quelle: 54° / Felix Koenig

Hunderte tote Seesterne in Warnemünde angespült

Warnemünde. Hunderte verendete Seesterne sind am Montag am Ostseestrand von Warnemünde angespült worden. Strandbesucher und eine Schulklasse versuchten, den noch lebenden Meerestieren zu helfen und einige zurück ins Meer zu bringen, in vielen Fällen vergeblich, berichtet die „Ostsee-Zeitung“. „In all den Jahren in der Ostsee habe ich so etwas in diesem Ausmaß noch nie gesehen“, sagte der Rostocker Fotograf und Surfer Felix Gänsicke dem Bericht zufolge in seiner Instagram-Story.

Ganz ungewöhnlich ist das Ereignis aber nicht: Das Leibniz-Institut für Ostseeforschung (IOW) bezeichnete das massenhafte Auftreten angeschwemmter Seesterne gegenüber der Zeitung als Ereignis, das „periodisch immer wieder an der Ostseeküste auftritt“. Eine Ursache dafür konnte IOW-Sprecherin Kristin Beck jedoch nicht nennen. „Wanderbewegungen der Tiere, spezielle Strömungsverhältnisse sowie Sauerstoff- oder Salzmangel nach Sturmereignissen sind möglich. Das müsste eingehend untersucht werden. Alles andere wäre pure Spekulation“, sagt Beck. Eine eingehende Untersuchung werde das IOW nicht durchführen, die Ursache für das Seesternsterben deshalb ungeklärt bleiben.

Ein ähnlicher Fall hatte Anfang des Jahres am Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein für Schlagzeilen gesorgt. Damals waren Zehntausende Seesterne angespült worden und verendet, die toten Meerestiere bedecken den Sand auf mehreren Kilometern Länge.

Dr. Thorsten Reusch, Leiter des Forschungsbereichs Marine Ökologie am Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel, sagte im Januar den „Lübecker Nachrichten“ (LN), die Seesterne seien „sozusagen vom Sturm überrascht“ worden. Nordöstliche Winde verursachten relativ hohe Wellen, die Seesterne hätten dann auf dem Sandboden mit ihren kleinen Füßen keinen Halt finden können. „Und sofern sie sich in zu flachem Wasser aufhalten, wirft die Dünung sie an den Strand. Um schnell ins tiefere Wasser zu gelangen, sind sie zu langsam“, so Reusch.

RND/seb