Rettungskräfte arbeiten am Wrack der abgestürzten Gondel. (Archivfoto) Quelle: Uncredited/Vigili del Fuoco Fire

TV-Sender zeigt Videos von Gondelabsturz: „Verschlimmert nur Schmerz der Angehörigen“

Rom. Nach der Ausstrahlung von Videos des tödlichen Gondelabsturzes am Monte Mottarone in Norditalien haben Experten dazu aufgerufen, das Material nicht zu verbreiten. „Sie können nur den Schmerz der Familien der Opfer und ihrer Angehörigen verschlimmern“, teilte die italienische Datenschutzbehörde am Donnerstag in Rom mit. Ihr Appell richtete sich an Medien und die Internetnutzer in sozialen Netzwerken.

Die Bilder, die der Behörde zufolge die letzten Augenblicke vor dem Unfall am Pfingstsonntag zeigen, trügen wenig zur Rekonstruktion des Falls bei, der in den Medien schon breit behandelt worden sei, hieß es in der Mitteilung weiter. Die Videos waren exklusiv von einem italienischen TV-Sender verbreitet worden. Darauf war zu erkennen, wie ein Bildschirm abgefilmt wurde, auf dem die Videos der Überwachungskamera in der Bergstation vom Unglückstag liefen.

Polizei dementiert Weitergabe der Aufnahmen

Berichten zufolge soll die Polizei die Aufnahmen weitergegeben haben. Die Carabinieri dementierten dies jedoch und stellten klar, dass sie die Videos nicht verbreitet hätten, wie die Nachrichtenagentur Ansa am späten Mittwochabend schrieb.

Vor knapp einem Monat stürzte die mit 15 Menschen besetzte Gondel an dem Berg westlich des Lago Maggiore ab. 14 Menschen verloren ihr Leben, als die Kabine an einem bewaldeten Hang zerschellte. Nur ein kleiner israelischer Junge überlebte. Das Zugseil war aus weiterhin ungeklärter Ursache gerissen. Eigentlich hätten in diesem Moment die Notbremsen am Tragseil greifen müssen. Diese waren jedoch mit Klammern blockiert worden, weil sie laut Medienberichten für Störungen im Betrieb gesorgt hatten. Ein Mitarbeiter der Seilbahn steht unter häuslichem Arrest. Die Ermittlungen zur Ursache dauern an.

RND/dpa