In einem Waldstück in Brandenburg bekämpfen Feuerwehrleute einen Waldbrand Quelle: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa

Waldbrände: Feuerwehr in Wöbbelin und Bötzow im Einsatz

Wöbbelin/Neubrandenburg. Der Waldbrand bei Wöbbelin im Landkreis Ludwigslust-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern) hat die Feuerwehr auch am Sonntag beschäftigt. In der Nacht zum Sonntag hatte auffrischender Wind in dem Waldstück zwischen der Gemeinde und der Autobahn 14 Glutnester entfacht. Zudem kam es vermehrt zu Detonationen durch Munitionsaltlasten, wie der Landkreis am Sonntag mitteilte. Waldschneisen um die etwa neun Hektar große Brandfläche mussten weiter intensiv gewässert werden.

Waldbrand: Autobahn A14 gesperrt

Die nur etwa 400 Meter davon entfernte Autobahn 14 zwischen dem Kreuz Schwerin und Ludwigslust sollte mindestens bis 18.00 Uhr aus Sicherheitsgründen gesperrt bleiben. Den Angaben zufolge waren 30 Feuerwehrleute mit Löschfahrzeugen und 20 sogenannten Beregnern im Einsatz.

Das Feuer in dem etwa 300 mal 300 großen Areal in dem Kiefernwald war am Freitagabend ausgebrochen. Im Laufe der Nacht hatten Einsatzkräfte es unter Kontrolle bekommen. Nach Angaben des Landkreises vom Sonntag war zunächst weiter unklar, wie es zu dem Brand kam. Probleme bereitete den Feuerwehrleuten, dass das Gebiet munitionsbelastet ist. In den Böden liegen Munitionsaltlasten aus dem Zweiten Weltkrieg.

Um eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern, hatten Einsatzkräfte einen Ring um das Waldstück gezogen und den Boden gewässert. Zeitweise waren mehr als 40 Feuerwehrleute von neun freiwilligen Feuerwehren im Einsatz. Neben Katastrophenschutz-Einheiten des Landkreises unterstützte sie auch ein Drohnentrupp aus dem Amt Boizenburg.

Munition auf Waldbrand-Gelände vermutet

Das Feuer erinnert an die Waldbrandkatastrophe nahe Lübtheen im selben Landkreis vor fast genau zwei Jahren. Dort standen damals knapp 1000 Hektar Wald fast eine Woche lang in Flammen. Auch dort war das Gebiet als einstiger Truppenübungsplatz munitionsbelastet. Wie groß vor diesem Hintergrund die Nervosität war, zeigt, dass Forstminister Till Backhaus und Ludwigslust-Parchims Landrat Stefan Sternberg den SPD-Landesparteitag in Wismar am Freitagabend vorzeitig verließen und zum Brandort bei Wöbbelin eilten. Am Samstag waren beide erneut vor Ort.

Backhaus lobte, die Einsatzkräfte hätten die richtigen Lehren aus Lübtheen gezogen. So seien zum Beispiel frühzeitig Beregner eingesetzt worden. Dennoch sei der Bestand 100-jähriger Kiefern auf den neun Hektar wahrscheinlich zum großen Teil nicht zu retten. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig dankte in ihrer Abschlussrede auf dem Parteitag am Samstag den Feuerwehrleuten und Forstarbeitern für ihren Einsatz am Brandort. „Ich hoffe, dass wir da sicher durchkommen“, sagte sie. Die Sommerhitze habe Schattenseiten.

Waldbrandwarnstufe vier in ganz MV

Backhaus mahnte: „Mir ist wichtig, dass sich alle bewusst machen, wie schnell so ein Brand bei solchen Witterungsbedingungen wie derzeit entstehen kann.“ Im ganzen Land gelte Waldbrandwarnstufe vier - das bedeute hohe Gefahr. „Die meisten Brände entstehen, weil sich Menschen unvorsichtig oder unvernünftig verhalten. Deswegen meine dringende Bitte: Unterlassen Sie alles, was zu einem Brand in der Wald- und Feldflur führen könnte.“

Am Samstagabend geriet auch ein 1000 Quadratmeter großes Waldstück am Ortsrand von Neubrandenburg (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) in Brand. Laut Polizei sprangen die Flammen vermutlich von einem Holzstapel auf das Unterholz über. Nachdem die Feuerwehr den Brand zunächst gelöscht hatte, entfachte sich das Feuer wieder. Daraufhin standen wieder rund 500 Quadratmeter Kiefernwald in Flammen, die von den Einsatzkräften gelöscht wurden. Die Polizei nahm die Ermittlungen aufgrund von Brandstiftung auf.

Nahe Berlin: Waldbrand in Brandenburg

Feuerwehrleute kämpfen auch im rund 150 Kilometer entfernten Bötzow im Nordwesten von Berlin gegen einen Waldbrand - den dritten Tag in Folge. Der Brand sei noch nicht gelöscht, sagte ein Sprecher der Regionalleitstelle am Sonntag. Behindert werden die Arbeiten dadurch, dass das Gebiet munitionsbelastet ist. Deshalb soll wie am Vortag ein Hubschrauber der Bundespolizei die Einsatzkräfte aus der Luft beim Löschen unterstützen. Dass dort Munition explodieren kann, sei nicht ausgeschlossen, die Sicherheit der Feuerwehrleute gehe vor, hieß es.

Auf der Suche nach Glutnestern überflog am Sonntag zunächst ein Hubschrauber der Landespolizei mit einer Wärmebildkamera das Gebiet. Es gibt immer noch mehrere Brandstellen. Bei einer Vermessung aus der Luft wurden etwa fünf Hektar brennende Fläche ausgemacht. Die Regionalleitstelle hatte am Samstag noch zehn Hektar angegeben. 27 Feuerwehrleute, zwei Forstmitarbeiter, Sanitäter und Polizei sind den Angaben zufolge im Einsatz.

In den Landkreisen Märkisch-Oderland, Oder-Spree und Spree-Neiße galt am Sonntag nach Angaben des Umweltministeriums landesweit die höchste Waldbrandwarnstufe fünf. Bis auf Oberhavel und Barnim (Gefahrenstufe 3) wurde für die restlichen Kreise die Waldbrandwarnstufe vier ausgerufen.

RND/dpa