VWV2H7Z62ZESDMU744A7LD3QOY Quelle: KeresH/Wikipedia/CC BY-SA 4.0

Tasmanische Teufel löschen Pinguinpopulation in Australien aus

Die Freude war groß, als bekannt wurde, dass erstmals seit 3000 Jahren wieder junge Tasmanische Teufel auf dem australischen Festland geboren worden waren. Doch des einen Freud, ist des anderen Leid, denn derzeit sorgt die bedrohte Tierart eher für negative Schlagzeilen. Eine Gruppe der Raubbeutler, die auf der kleinen australische Insel Maria Island ausgewildert wurden, hat nun dafür gesorgt, dass eine Population von rund 6000 Zwergpinguinen durch sie vollständig ausgerottet worden ist, wie die Zeitungen „The Australian“ und „The Guardian“ berichten.

„Der Verlust ist ein schwerer Schlag“

Demnach beschreibt die Vogelschutzorganisation Bird Life Tasmania die Entwickung auf der Insel als „katastrophal“. „Jedes Mal, wenn Menschen bewusst oder versehentlich Säugetiere auf den Inseln Ozeaniens eingeführt haben, kam dasselbe dabei heraus – eine Katastrophe für eine oder mehr Vogelarten“, sagt Eric Woehle, der Vorsitzende von Bird Life Tasmania. „Der Verlust von 3.000 brütenden Pinguinpaaren von einer Insel, die ein Nationalpark ist, der dieser Art ein Refugium sein sollte, ist im Grunde ein schwerer Schlag“, wird der Experte weiter zitiert.

In den Jahren 2012 und 2013 waren 28 Tasmanische Teufel auf die Insel gebracht worden. Sie sollten so eine Art Reservepopulation bilden, als sich auf Tasmanien eine ansteckende Krebserkrankung unter den Teufeln verbreitete. Im Jahre 2020 wurde dann klar, dass die Tiere gelernt hatten, mit der Seuche zu leben und sie sogar zu überleben.

Die Insel galt als idealer Ort

Das kleine Fleckchen Erde auf Maria Island galt vor Jahren als idealer Ort für den Tasmanischen Teufel. Dort wurde durch seine Ansiedlung eine isolierte Bevölkerung geschaffen, die frei von der ansteckenden Teufelgesichtstumorkrankheit war.

Da auf der Insel keine Straßen und Autos sind, konnte auch der Verkehr den Tieren nichts anhaben. Und so vermehrten sie sich fröhlich, bis 2016 wuchs die Population auf schätzungsweise 100 Exemplare an.

Dass die Teufel anderen gefährlich werden konnten, war allerdings schon 2011 absehbar. Das Tasmanian Department of Primary Industries, Parks, Water and Environment sagte voraus, dass die Einführung der fleischfressenden Beuteltiere „negative Auswirkungen auf kleine Pinguin- und Sturmtaucherkolonien auf Maria Island durch Teufelsprädation“ haben würde. Und so kam es dann auch.

Gefahr war seit Längerem bekannt

Darüber hinaus fand eine 2020 veröffentliche Studie über Maria Island heraus, dass Tasmanische Teufel zwar Katzen und Opossums jagen. Allerdings seien sie wegen ihrer Größe und Fähigkeit, zu graben, eine noch größere Gefahr für Bodenbrüter als die anderen Fressfeinde. Laut der Studie ist auch der Bestand von Sturmtauchern seit der Ansiedlung der Teufel erheblich gesunken.

Nach den tödlichen Vorgängen auf der Insel fordert die Vogelschutzorganisation nun, die Tiere von der Insel zurückzuholen. Noch steht eine Entscheidung dazu aus.

RND/hma