Mittwoch , 22. September 2021
Hochwasser an der Ruhr in Nordrhein-Westfalen. Quelle: imago images/Jochen Tack

Rurtalsperre soll am späten Abend überlaufen: Experten warnen Anwohner vor Wassermassen

Düren. Der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) rechnet mit einem Überlaufen der Rurtalsperre inzwischen erst am späten Donnerstagabend zwischen 23 und 24 Uhr. Die Zuflüsse zur Rurtalsperre hätten sich in den letzten Stunden erfreulich reduziert, heißt es in einer Mitteilung vom Abend. Dennoch reichten weder die nach Betriebsplan vorgegebene Abgabemenge von 50 Kubikmeter pro Sekunde, noch die in Abstimmung mit der Bezirksregierung Köln auf 80 Kubikmeter pro Sekunde erhöhte Abgabe nicht aus, den Überlauf zu verhindern. Es sei weiter mit Überschwemmungen im Unterlauf der Rur zu rechnen, an besonders von Hochwasser bedrohten Stellen auch mit Evakuierungen.

Zuvor sei bereits die Urfttalsperre übergelaufen, die der Rurtalsperre vorgelagert ist, sagte ein Sprecher des WVER in Düren. Dies habe aber nur insofern Folgen gehabt, dass sich die Rurtalsperre, die im Südwesten von Nordrhein-Westfalen liegt, schneller gefüllt habe.

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In den Städten Heimbach, Nideggen und der Gemeinde Kreuzau bestehe die Gefahr von Überflutungen, teilte der Kreis Düren am Abend mit. Wer sich in tiefer gelegenen Bereichen entlang der Rur aufhalte, solle Heiz- und Kochgeräte ausschalten und den Bereich sofort verlassen. Auch für die weiter flussabwärts gelegenen Städte werde solches Verhalten empfohlen.

Schon in der Nacht zum Donnerstag sorgte der Starkregen für Niederschlagsmengen, die „wir gar nicht mehr messen konnten“, sagte Joachim Reichert, Vorstand des WVER, der „Aachener Zeitung“. Das habe die Urft erheblich anschwellen lassen, die wiederum über den Obersee in die Rurtalsperre fließt. Reichert spricht von einem kontrollierten Überlaufen und warnte vor Panikmache. Gleichzeitig sagte er der „Aachener Zeitung“, dass Anlieger an der Rur mit „massiven Schwierigkeiten“ und „massiven Schäden“ zu rechnen hätten.

RND/dpa/seb