Prinz George (Mitte) darf das Achtelfinale zwischen Deutschland und England am 29. Juni mit seinen Eltern im Wembley Stadion verfolgen. Quelle: Mike Egerton/PA Wire/dpa

Prinz George: acht Highlights zum achten Geburtstag

London. Er wurde als Royal Baby bejubelt, als Baby Cambridge. Prinz George Alexander Louis of Cambridge ist schon lange kein Baby mehr – am 22. Juli wird der älteste Sohn von Prinz William und Herzogin Kate acht Jahre alt. Und in der Zukunft warten wahrscheinlich große Aufgaben auf den Jungen. Schließlich ist er der Dritte in der Thronfolge nach seinem Großvater Prinz Charles und seinem Vater. Anlässlich seines achten Geburtstages schauen wir noch einmal auf acht Highlights aus seinem royalen Leben.

Die Taufe

Mit drei Monaten hat der kleine Prinz George seinen ersten öffentlichen Auftritt: Er wird am 23. Oktober 2013 der Kapelle des St. James-Palastes getauft – standesgemäß im opulenten, spitzenbesetzten Taufkleid, das seit Generationen im Familienbesitz sein soll. Seine beiden Geschwister trugen es übrigens später auch bei ihren Tauffeiern. Auch hat der Thronfolger nicht nur zwei Taufpaten, wie es in Deutschland üblich ist, sondern gleich sieben: Zara Tindall, William van Cutsem, Hugh Grosvenor, 7. Duke of Westminster, Jamie Lowther-Pinkerton, Julia Samuel, Oliver Baker und Emilia Jardine-Paterson.

Die Popularität, die seit der Hochzeit von Kate und William 2011 immer weiter zugenommen hat, zeigt sich in der schieren Masse der Gratulanten. Auf den Straßen rund um den St. James-Palast in London sind feiernde Menschen von Kopf bis Fuß in der Flagge des Vereinten Königreiches zu sehen.

Erste Auslandsreise

Für Begeisterung sorgt der kleine Prinz nicht nur in der Heimat. Im Alter von neun Monaten bricht er gemeinsam mit seinen Eltern zu seiner ersten Auslandsreise auf. Neuseeland und Australien, beide Länder sind Teil des britischen Commonwealth, begrüßen George und nicht wenige Zeitungen sehen in dem Baby schon einen künftigen König. Er wird die Reise selbst kaum noch in Erinnerung haben – doch markiert diese Tour den Start in ein Leben als Teil der königlichen britischen Familie, mit der Pflicht zu öffentlichen Auftritten, zum Winken und steter Perfektion. So wird nach der Landung nicht nur die Wahl des Autositzes diskutiert, eines neuseeländischen Modells, sondern auch darüber gestritten, ob es für den royalen Nachwuchs zu früh ist, mit neun Monaten schon nach vorn zu gucken. Für die Royals war der Besuch übrigens überaus positiv: So soll nach der Reise das Ansehen des Königshauses messbar in Umfragen gestiegen sein – vor allem bei jüngeren Bewohnerinnen und Bewohnern der beiden Staaten.

Großer Bruder

Auf vielen Bildern sieht man Prinz George mit seinen Geschwistern, vor allem mit seiner zwei Jahre jüngeren Schwester Charlotte. Sie flüstern sich heimlich etwas zu, machen Späße und albern herum – wie es die meisten Kinder in ihrem Alter machen. Schon bei der Taufe von Charlotte 2015 zeigen Fotos einen kleinen George, der sich reckt und streckt und auf Zehenspitzen stellt, um in den Kinderwagen zu schauen, in dem seine ein paar Monate alte Schwester liegt. Heute gehen beide gemeinsam auf die Thomas’s School in Battersea, einem Stadtteil in London.

Handschlag mit Barack Obama im Bademantel

Wenn der hohe Besuch erst zur Schlafenszeit kommt, kann man eben nicht mehr auf die Etikette achten. Im April 2016 wurde Barack Obama als damaliger US-Präsident mit allen Ehren in den Buckingham Palace eingeladen. Vor einem eleganten Dinner, an dem auch Herzogin Kate und Prinz William teilnahmen, schaute Obama noch bei Prinz George vorbei. Der trug schon Schlafanzug und Bademantel – doch schüttelte er Obama staatsmännisch die Hand. Nach einem Gespräch auf Augenhöhe, der Präsident hockte sich hin, durfte der kleine Prinz noch etwas länger aufbleiben, um mit dem Schaukelpferd zu spielen, das ihm die Obamas zur Geburt geschenkt hatten.

Erster Schultag

Ein erster Schultag ist immer aufregend. Und so schaut Prinz George mit vier Jahren in perfekt sitzender Schuluniform etwas bedröppelt, als ihn sein Vater Prinz William zum ersten Mal zur Schule bringt. Die Schule, auf die er seit September 2017 geht, ist – wenig überraschend – eine der besten Adressen in London. Die Privatschule soll etwa 20.000 britische Pfund im Jahr kosten. Er besucht zunächst die Thomas’s Battersea Prep-School, die ihn für die Grundschule in derselben Institution vorbereitet. Die Schule soll neben Wissenschaftslaboren, Kunsträumen, Spielplatz auf dem Dach und Computerarbeitsplätzen auch eine eigene Busflotte besitzen, die den Nachwuchs zu Sportstätten oder anderen Ausflugszielen bringt. Welche Fächer ihm heute am meisten Spaß machen, ist nicht bekannt. Doch scheint er Interesse an Naturwissenschaften zu haben: So soll er ganz begeistert von dem fossilen Zahn eines Riesenhais gewesen sein, die ihm die britische Dokumentarfilmlegende Sir David Attenborough schenkte.

Best-dressed

Prinz George war kaum einen Tag alt, da wurde er schon zum Trendsetter: Die schlichte, weiße Decke, in der seine Mutter Kate ihn aus dem Krankenhaus getragen hat, führte zur Überlastung der Webseite des Anbieters. Eine gestreifte Latzhose, die er mit wenigen Monaten trug, wurde ausverkauft. Ein Pulli, den er an seinem ersten Weihnachtsfest trug, wurde wieder in die Kollektion aufgenommen, weil er sich so gut verkaufte. Als Kleinkind war der junge Adelige mit vielen Bubikrägen, kurzen Hosen und Kniestrümpfen ausgestattet. Heute sieht man ihn häufig in Hemden und Poloshirts – die kurze Hose und Kniestrümpfe tauchen auch noch immer mal wieder auf. Das Phänomen, dass sich Kleidungsprodukte extrem gut verkaufen, wenn Prinz George sie trägt, ist als „Prinz George Effect“ bekannt. Und die Kleiderwahl seiner Eltern scheint auf viel Zustimmung zu stoßen: Er wurde vom Männermagazin „GQ“ mit nur zwei Jahren zur Nummer 49 auf der Liste der „50 Best-dressed Men in Britain“ 2015 gewählt. Auch das Modemagazin „Tatler‘s“ bot 2020 dem royalen Spross Platz auf der Liste der am besten gekleideten Menschen in Großbritannien. Mit Kniestrümpfen und kurzen Hosen könnte es aber bald vorbei sein: Traditionell tragen Jungs Shorts und Kniestrümpfe, bis sie acht Jahre alt sind.

Der erste rote Teppich

Obwohl Prinz George im Vergleich zu anderen Kindern ein recht öffentliches Leben führt, ist er verhältnismäßig selten bei royalen Auftritten zu sehen. So hatte er erst im Dezember 2020 seinen ersten Auftritt auf einem roten Teppich. Gemeinsam mit seinen Eltern und seinen beiden Geschwistern Charlotte und Louis sah er sich eine Theatervorstellung an. Im London Palladium gab es eine Pantomime-Show für die Familien systemrelevanter Arbeiterinnen und Arbeiter inmitten der Pandemie, bei der sein Vater William die Zuschauerinnen und Zuschauer zu Beginn der Vorstellung begrüßte. Der damals Siebenjährige hält die Hand seines Vaters auf dem roten Teppich – grundsätzlich scheinen die Kinder eher mit selbst oder ihren Eltern beschäftigt zu sein, als auf Fotografen oder Fans acht zu geben. Während der Vorstellungen ist Prinz George immer wieder mit Schwester Charlotte beim Tuscheln zu sehen – aber auch beim sehr braven Applaudieren.

Ein emotionales EM-Finale

Es ist das Finale der Fußball-EM im Wembley-Stadion. England geht in der zweiten Minute in Führung: Und Prinz George lacht und wirft sich vor Freude seiner Mutter Kate in die Arme. Obwohl George förmlich gekleidet ist – mit Anzug und Krawatte im Partnerlook mit seinem Papa, verhält er sich wie ein normaler siebenjähriger Junge. Während des Finalspiels fiebert er mit, freut sich, bangt und muss am Ende nach der Niederlage Englands und einem wieder verpassten EM-Sieg von Papa William getröstet werden.

RND/goe