Härtere Maßnahmen auf Mallorca: Für die Schlagerstars Lorenz Büffel und Isi Glück kommt das nicht überraschend. Sie hatten einen ruhigen Ballermann-Sommer prophezeit. Quelle: imago/MaBoSport/Gartner/Janßen/RND-Montage Behrens

Regeln auf Mallorca werden verschärft: Das denken die Ballermann-Stars darüber

Palma de Mallorca. So viele Menschen wie noch nie zuvor haben sich vergangene Woche auf der Lieblingsinsel der Deutschen mit dem Coronavirus infiziert. Die balearische Regierung greift nun mit härteren Maßnahmen durch, um einen weiteren Anstieg der Zahlen auf Mallorca zu verhindern.

Strände und Parks sollen künftig ab dem Wochenende von 22 Uhr bis 6 Uhr geschlossen werden, um illegale Partys unter freien Himmel zu verhindern. Auch Gaststätten müssen dann um ein Uhr anstatt wie bisher um 2 Uhr schließen. Zudem soll die erlaubte Anzahl von Personen in Innenbereichen halbiert werden. Die Verordnung soll am kommenden Wochenende in Kraft treten, wurde bislang aber noch nicht verabschiedet. Für die Partysänger der Insel sind das düstere Aussichten. Wie denken die Stars über die neuen Maßnahmen?

Softe Mallorca Saison 2021

Einer, der schon früh die Situation hat kommen sehen, ist Lorenz Büffel. Er ist Moderator und Sänger im Mega-Park, der größten Party-Location der Insel. „Ich habe schon Mitte der Saison gesagt, dass es für mich dieses Jahr keine Mallorca-Saison geben wird“, sagt er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Im Mai sei ihm schon klar gewesen, dass es für alle Gastronomen auf der Insel besser sei, „eine leichte und softe Mallorca-Saison 2021 zu fahren“, so der 42-Jährige. „Als Stimmungssänger und Partyclown“ stelle er sich ganz hinten an. Auch wenn es „emotional sehr stark schmerzt“, sei dies seiner Ansicht nach am vernünftigsten. Er hoffe einfach, dass „die Gastronomen, Kellner und ganzen Teams vor Ort – egal ob Bierkönig oder Mega-Park – ihren Job behalten können“.

Schlagersängerin Isi Glück hat auch keine große Hoffnungen für die Saison 2021: „Ich rechne dieses Jahr nicht mehr mit Auftritten auf Mallorca. Der Mega-Park hat aktuell noch geschlossen und derzeit sieht es auch nicht so aus, dass er in absehbarer Zeit öffnet. Der Mega-Park steht für Party, Unterhaltung und Auftritte – all diese Dinge sind derzeit hier nicht möglich.“ Deshalb sei sie eher dafür zu warten, bis „wir richtig Vollgas geben können“, sagt sie gegenüber dem RND.

„Viele Künstler haben Hits zurückgehalten“

Glück weist aber auch nochmal darauf hin, wie wichtig der Standort Mallorca für Unterhaltungskünstler wie sie ist: „Mallorca ist DIE Promotion-Plattform für uns Künstler. Nirgendwo anders erreicht man so viele Menschen mit Partymusik wie hier auf der Insel. Seit zwei Jahren können wir unsere Lieder nicht mehr auf Mallorca so unter die Leute bringen, wie es vor der Pandemie war.“ Das merke man auch daran, dass es in dieser und der vergangenen Saison keinen richtigen „Malle-Hit“ gegeben habe. Viele Künstler hätten auf Sparflamme gearbeitet: „Viele haben erst mal keine neuen Lieder rausgebracht bzw. die guten Songs, von denen man sich viel erhofft und wo man mögliches Hitpotenzial sieht, zurückgehalten“, sagt sie.

Auch Glück persönlich, die auf der Insel lebt, fehlt das Leben vor der Pandemie: „Mallorca fehlt. Es ist mein Herzstück und der Ort, der alles ins Rollen bringt. Es ist wie eine defekte Schraube im Laufrad. Es geht irgendwie weiter und in Deutschland oder auch Luxemburg, Schweiz und Österreich tut sich schon wieder einiges, was Veranstaltungen und Auftritte angeht, aber ein großes Puzzleteil fehlt.“

Sie selbst habe im August das erste Mal einen Auftritt in Kroatien, wolle da die Partyregion „abchecken“. Aber für Glück steht trotzdem fest: „Es gibt kein zweites Mallorca auf dieser Welt.“ Mit Blick auf das nächste Jahr ist sie aber positiv: „Ich setze zu 100 Prozent auf 2022 und gehe fest davon aus, dass wir hier wieder richtig feiern können.“

Von Lena Obschinsky, Maike Huckschlag/RND