Der Angeklagte (l) sitzt kurz vor dem Prozess-Auftakt der Gerichtsverhandlung neben seinem Rechtsanwalt Reinhard Nollmann. Quelle: Lennart Stock/dpa

Unfall mit zwei Toten: Fahrer von Sportboot zu Bewährungsstrafe verurteilt

Emden. Gut fünf Jahre nach einem Sportboot-Unfall mit zwei Toten in Niedersachsen ist der überlebende Fahrer zu einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das Amtsgericht Emden befand den 30-Jährigen in allen Anklagepunkten für schuldig, wie ein Gerichtssprecher am Montag sagte. Dies waren fahrlässige Tötung in zwei Fällen, fahrlässige Körperverletzung in vier Fällen sowie fahrlässige Gefährdung des Schiffsverkehrs.

Im August 2016 waren nach einem Hafenfest bei einer nächtlichen Spritztour zwei PS-starke Sportboote auf dem Fluss Barßeler Tief im Landkreis Cloppenburg ineinander gerast. Der eine Bootsführer sowie eine junge Frau starben, Mitfahrer wurden verletzt. Der Angeklagte hatte bei dem Unfall 1,89 Promille Alkohol im Blut, auch der getötete Fahrer des anderen Boots war betrunken.

Das Amtsgericht als zuständiges Schifffahrtsgericht verurteilte den überlebenden Bootsführer darüber hinaus, einer Schwerverletzten 30.000 Euro Schmerzensgeld und einer Leichtverletzten 5000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen.

Angeklagter muss auch Schmerzensgeld zahlen

Zudem muss der 30-Jährige den Eltern der Getöteten die Beerdigungskosten in Höhe von etwas mehr als 10.000 Euro erstatten. Die Angehörigen und die Verletzten waren als Nebenkläger in dem Prozess aufgetreten. Mit dem Strafmaß folgte das Gericht weitgehend der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte dagegen nur eine Verurteilung wegen Gefährdung des Schiffsverkehrs durch Trunkenheit gefordert.

Das Urteil ist noch nichts rechtskräftig. Dem Gerichtssprecher zufolge kündigte der Verteidiger an, dass er seinem Mandanten raten werde, Berufung einzulegen. Die nächsthöhere Instanz wäre dann das Hanseatische Oberlandesgericht in Hamburg. (AZ 6DS37/19)

RND/dpa