Eine riesige Asche­wolke stieg nach der Explosion auf La Palma auf. 400 Gebäude hat die Lava seit Beginn des Ausbruchs zerstört. Quelle: Mauricio Del Pozo/Europa Press/E

Vulkanausbruch auf La Palma: weiterer Schlot geöffnet – „neue explosive Phase“

Der Vulkan­ausbruch auf der Kanaren­insel La Palma ist wieder heftiger geworden. Deshalb mussten 1000 weitere Einwohnerinnen und Einwohner in den Ortschaften Tajuya und Tacande evakuiert werden, wie der staatliche TV-Sender RTVE berichtete. Die Einwohner eines weiteren Dorfs durften sich nur noch in Innen­räumen aufhalten.

Ein weiterer Schlot, aus dem Lava austritt, hat sich am Freitag aufgetan. Auch wurde eine laute Explosionen ausgelöst. Eine riesige Asche­wolke stieg über dem Vulkan auf. Einsatz­kräfte zogen sich vorsichts­halber aus dem Gebiet zurück. „Der Vulkan befindet sich in einer neuen explosiven Phase“, twitterte die Feuer­wehr von Teneriffa, die auf La Palma hilft.

7000 Menschen evakuiert

Seit Beginn des Ausbruchs mussten sich bereits 7000 Menschen in Sicherheit bringen und ihre Häuser verlassen. Die Regional­fluglinie Binter stellte ihre Flüge wegen der riesigen Asche­wolke, die bis in sechs Kilometer Höhe aufstieg, vorüber­gehend ein.

Das nationale geografische Institut teilte mit, in den vergangenen 24 Stunden seien in dem Gebiet keine Erdbeben registriert worden – nach 1130 im Lauf der vergangenen Woche. Der Haupt­lavastrom in Richtung Meer habe sich verlangsamt und komme nur noch einen Meter pro Stunde voran.

400 Gebäude zerstört

Die Lava hat nach Angaben des Erdbeobachtungs­programms der EU inzwischen fast 400 Gebäude im Westteil der Insel zerstört, die von fast 85.000 Menschen bewohnt wird. Sie habe sich über 180 Hektar verteilt und 14 Kilometer der Straßen blockiert.

Die Insel­bewohner leben überwiegend von der Land­wirtschaft und vom Tourismus. Manche haben ihre Existenz­grundlage verloren.

Spaniens Minister­präsident Pedro Sánchez kündigte bei einem Besuch auf La Palma ein Maßnahmen­paket an, um der Insel wieder aufzuhelfen und „Existenzen wieder aufzubauen“. Die spanische Regierung werde Hilfen für den Wieder­aufbau von Häusern und öffentlicher Infrastruktur wie Straßen, Schulen und Bewässerungs­systemen bereitstellen. Außerdem solle die Tourismus­industrie der Insel unterstützt werden, sagte Sánchez. Wie viel Geld zur Verfügung gestellt wird, sagte er nicht, doch kündigte er mehr Details nach einem Kabinetts­treffen nächste Woche an.

RND/dpa/ap