Anzeige
Gäste des Restaurants sitzen knietief im Wasser. Quelle: AP

„Großartige Atmosphäre“: Überschwemmung in thailändischem Restaurant wird zur Attraktion

Nonthaburi. Knöcheltief im Wasser: Ein von Überschwemmungen betroffenes Restaurant an einem Flussufer in Thailand erhält unerwartet weiter Zulauf. Statt leerer Stühle und verwaister Tische ist es im „Chaopraya Antique Café“ in Nonthaburi nahe Bangkok so voll wie eh und je. Geboten wird nun eine Erfahrung, die vom Besitzer als „Hot-Pot-Surfing“ umschrieben wird.

Nachdem sich die Wassermassen in Folge von Überflutung über die Veranda des Restaurants ausgebreitet hatten, versammelten sich lebenslustige Feinschmecker, um dort weiter zu dinieren, als sei das Speisen in Fluten die Norm. Das Bedienpersonal - einige davon in Gummistiefeln - watet behutsam durch das Wasser, das schnell auf mehr als 50 Zentimeter Höhe steigt.

Erst im Februar hatte das Restaurant am Flussufer eröffnet, an einem Ort, der mit der antiken Architektur und Ausstattung des Restaurants harmoniert. Doch ein schwerer tropischer Sturm und starke Monsun-Regenfälle ließen den Pegel des Flusses steigen. In Kombination mit den Gezeiten führte das zu täglicher Überschwemmung.

Gast: „Das ist eine großartige Atmosphäre“

Zusammen mit dem vorangegangenen monatelangen Coronavirus-Shutdown hätte das für den Betreiber einer Katastrophe gleichkommen können. Doch es kam anders. Von Berichterstattung in der thailändischen Presse befördert, ist das Restaurant nun so populär, dass Kunden Reservierungen machen müssen.

„Das ist eine großartige Atmosphäre“, sagt der 24-jährige Siripoj Wai-inta, während das Wasser beim Essen seine Schienbeine umspielt. Die Folgen der „Flut-Krise“ seien zur Attraktion geworden. „Also wollte ich mich herausfordern und diese neue Erfahrung ausprobieren.“

Der Besitzer hat die Erfahrung „Hot-Pot-Surfing“ getauft - warum, lässt sich herausfinden, wenn ein Boot vorbeifährt und Wellen produziert. Die belustigten Turnereien, um das Durchnässtwerden von den Wellen zu vermeiden, sind das, worauf die Gäste warten. Und weil alle 15 Minuten ein Boot vorbeikommt, fährt niemand enttäuscht nach Hause.

Bei seinem ersten Restaurant-Projekt sei er besorgt gewesen, was passieren würde, wenn das Wasser käme, sagt der Fernsehmoderator Titiporn Jutimanon. „Es zeigt sich, dass die Kunden eine großartige Reaktion darauf haben. Sie sind froh.“ Damit sei eine Krise in eine Chance umgewandelt worden. Doch das Beste daran sei, dass er sein Personal weiter beschäftigen könne.

RND/AP