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Die diskriminierende Blutspenderegelung soll zu Ende des Jahres abgeschafft werden. (Symbolbild) Quelle: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/

England schafft Blutspenderegel ab, die vor allem Schwarze diskriminierte

In England soll zum Ende des Jahres eine Blutspenderegel abgeschafft werden, die vor allem als diskriminierend gegenüber Schwarzen angesehen und stark kritisiert wird. In Zukunft werde es „insbesondere für schwarze Spender einfacher, Blut zu spenden“, sagte Gesundheitsminister Sajid Javid laut einer Mitteilung der britischen Regierung an diesem Montag. Dadurch würden am Ende mehr Leben gerettet.

Personen bisher für drei Monate vom Blutspenden ausgeschlossen

Konkret geht es um die aktuell noch geltende Regelung, nach der potenzielle Blutspender in England gefragt werden, ob sie Geschlechtsverkehr mit einem Partner hatten, der in Teilen der Welt sexuell aktiv war oder gewesen sein könnte, in denen Aids und HIV stark verbreitet sind. Das betrifft vor allem einen Großteil der Länder südlich der Sahara.

Wenn dem so ist, werden die Personen bisher für einen Zeitraum von drei Monaten nach dem letzten sexuellen Kontakt vom Blutspenden ausgeschlossen. Das könne laut Gesundheitsministerium vor allem Spender afrikanischer Herkunft sowie deren Partner von einer Blutspende abhalten. Weitere Fragen zur Bewertung des Risikoverhaltens potenzieller Spender sowie zu jüngsten Reisen in Länder, in denen HIV grassiert, würden beibehalten, fügte das Ministerium hinzu.

„Sicherheit der Blutspender und -Empfänger bleibt höchste Priorität der Regierung“

Der Gesundheitsminister betont, dass durch die Abschaffung der Regel die Sicherheit der Blutspenden nicht gefährdet werde. „Die Sicherheit der Blutspender und -Empfänger bleibt die höchste Priorität der Regierung“, heißt es in der Mitteilung. Schottland und Wales hatten die Regel bereits 2020 aufgehoben.

RND/hsc