Ein Mann fährt auf einem E-Bike. (Archivfoto) Quelle: picture alliance / dpa Themendienst

Usedomer holt sich sein gestohlenes Fahrrad aus Polen zurück

Ahlbeck. Auf abenteuerliche Weise hat sich ein Bewohner der Insel Usedom (Mecklenburg-Vorpommern) sein gestohlenes Fahrrad aus Polen zurückgeholt. Sein Weg führte ihn dabei bis nach Białogard, einer Kreisstadt in Westpommern, berichtet die „Ostsee-Zeitung“ (OZ). „Ich hatte richtig Bammel“, sagte der 28-Jährige dem Bericht zufolge – am Ende war die gewagte Aktion aber erfolgreich.

Am 2. Oktober wurde das 2500 Euro teure Elektrofahrrad, das die Freundin des Mannes nutzte, am helllichten Tag im Ort Ahlbeck auf Usedom gestohlen. Der Polizei zur Verfügung gestellte Videoaufnahmen zeigten einen schwarz gekleideten Mann, der das Fahrrad abtransportierte. „Allerdings hatte ich das Gefühl, dass es zig andere Fälle gibt und so schnell nichts passiert“, so der 28-Jährige über die Ermittlungen. Deshalb entschied er, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.

Und tatsächlich entdeckte der Mann das Fahrrad auf einer polnischen Kleinanzeigenplattform im Internet. Ein polnischer Mitspieler aus seiner Fußballmannschaft begleitete ihn daraufhin zur Polizei nach Swinemünde. „Viel ging da aber nicht. Dann haben wir den Verkäufer direkt angeschrieben und nach zwei Stunden hat er sich gemeldet“, sagte der Mann der „OZ“. Es sei ein Besichtigungstermin verabredet worden.

„Wir bekamen einen riesigen Schreck“

Der erste Weg führte beide dann erneut zur Polizei, diesmal in Białogard, um den Fall zu schildern und Hilfe zu bekommen. „Weil in der Stadt gerade ein schwerer Unfall passiert war, konnten sie keinen Beamten mitschicken“, so der 28-Jährige. Also fuhren beide allein zum mutmaßlichen Fahrraddieb. „Wir gingen zum Hinterhof und da entdeckte ich mein Rad. Er stimmte einer Probefahrt auf der Straße zu.“ Ein Blick auf die Rahmennummer habe abschließende Gewissheit gebracht. „Mein Puls ging hoch. Bei der Rückkehr konfrontierte ich ihn mit dem Diebstahl und drohte mit der Polizei. Er fuchtelte wild am Handy und akzeptierte – wohl auch, weil wir zu zweit waren.“

Während beide das E-Bike in ihr Auto verladen wollten, hielt ein Wagen vor ihnen. „Zivilbeamte der Polizei sprangen heraus. Wir bekamen einen riesigen Schreck. Sie hatten uns observiert, um den Verkäufer auf frischer Tat zu stellen“, so der 28-Jährige. Anschließend habe er noch drei Stunden auf der Wache in Białogard verbracht, um Anzeige zu erstatten.

RND/seb