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US-Schauspieler Alec Baldwin telefoniert auf dem Parkplatz vor dem Santa Fe County Sheriff's Office, nachdem er zu dem Vorfall am Set des Films „Rust" am Stadtrand von Santa Fe befragt wurde. Quelle: Jim Weber/Santa Fe New Mexican/A

Im Livestream: Polizei äußert sich zu tödlichem Schuss bei Filmdreh mit Alec Baldwin

Santa Fe. Nach dem tödlichen Schuss auf eine Kamerafrau bei dem Western-Filmdreh mit US-Filmstar Alec Baldwin wollen die Behörden erstmals Einblicke in die Ermittlungen geben. Am Mittwoch ab 17.45 Uhr deutscher Zeit wollen sich Adan Mendoza, Sheriff in Santa Fe im Staat New Mexico, und die lokale Bezirksstaatsanwältin Mary Carmack-Altwies bei einer Pressekonferenz zum Fall äußern, der weit über Hollywood hinaus für große Bestürzung gesorgt hat.

Am 21. Oktober war die 42-jährige Kamerafrau Halyna Hutchins beim Dreh des Westerns „Rust“ auf einer Filmranch durch einen Schuss aus einer Waffe getötet worden. Abgefeuert wurde sie von Baldwin bei der Probe für eine Szene, der zu dem Zeitpunkt hinter Hutchins stehende Regisseur Joel Souza wurde verletzt. Der 63 Jahre alte Baldwin sprach danach völlig aufgelöst von einem „tragischen Unfall“.

Livestream: Ermittler informieren über tödlichen Schuss am Filmset

Baldwin soll die Waffe als cold gun“ überreicht worden sein

Gerichtsakten zufolge hatte der Regieassistent Baldwin die Waffe mit dem Zuruf gereicht, es handele sich um eine „cold gun“, also eine Waffe ohne Munition. Doch laut einer eidesstattlichen Erklärung eines Ermittlers war sie mit Munition geladen. Die von Baldwin abgefeuerte Waffe war den Angaben zufolge eine von dreien, die ein „Armorer“, eine Art Waffenmeister, auf einem Gestell abgelegt hatte.

Regisseur Soza sagte später den Ermittlern, dass am Drehort niemals Munition hätte gelagert werden sollen. Die Behörden haben inzwischen drei schwarze Revolver, Waffengürtel mit Holster, Munitionsboxen, eine Gürteltasche mit Munition, etliche abgefeuerte Patronenhülsen, Kleidungsstücke sowie mutmaßliche Blutspuren sichergestellt.

Staatsanwältin Carmack-Altwies sagte der Nachrichtenagentur AP vor der Pressekonferenz, dass die Ermittlungen noch im Anfangsstadium seien. Eine Entscheidung über ein Strafverfahren sei noch lange nicht gefallen, ergänzte sie, schloss dies aber auch nicht aus. Sämtliche Beteiligten kooperierten mit den Strafbehörden. Mit einer Prüfung der Beweislage durch Staatsanwälte sei erst zu rechnen, wenn vorläufige Ermittlungen des Sheriffbüros abgeschlossen seien.

RND/AP