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In Bad Pyrmont ist einer Rentnerin die Booster-Impfung verwehrt worden (Symbolbild). Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-t

Einen Tag vor Ende der Impffrist: Rentnerin wird ohne Booster-Impfung nach Hause geschickt

Bad Pyrmont. Bei immer mehr Menschen liegt die zweite Corona-Impfung mehr als sechs Monate zurück und sie benötigen eine Auffrischung. So war es auch bei einer 79 Jahre alten Frau aus Bad Pyrmont. Wie die „Dewezet“ (DWZ) berichtet, habe die Rentnerin im Pyrmonter Konzerthaus ihre Booster-Impfung abholen wollen. Doch daraus wurde nichts.

Weil die Frau genau einen Tag vor Ende des sechsmonatigen Zeitraums seit der Zweitimpfung im Impfzentrum erschien, wurde sie wieder nach Hause geschickt, so die Zeitung. „Das habe ich erfahren, nachdem ich eine Stunde in der Kälte draußen vor dem Konzerthaus und eine weitere Stunde im kaum wärmeren Foyer gewartet hatte“, sagte die Rentnerin der „DWZ“.

Abgewiesene Rentnerin: „Ist das Schikane?“

Die frühere Gastronomin reagierte daraufhin verärgert: „Ist das Schikane? Oder wird da vor lauter Gesetzen das Menschliche vergessen?“, sagt sie demnach. Tatsächlich hatte Gesundheitsminister Jens Spahn aufgrund ähnlicher Fälle erst kürzlich an Ärzte und Ärztinnen appelliert, die sechs Monate „nicht tagesgenau“ zu nehmen. Es handele sich lediglich um eine Richtschnur, sagte er in einem Brief an alle Vertragsärztinnen und -ärzte in Deutschland.

Im Fall der 79-Jährigen habe sich das mobile Impfteam im Bad Pyrmonter Konzerthaus jedoch streng an die von der Stiko vorgegebene Halbjahresfrist gehalten. Auch, weil an diesem Tag der Impfstoff bereits knapp war, heißt es laut „DWZ“. „120 Impfungen pro Tag pro Impfteam sind vom Land Niedersachsen als Soll vorgegeben“, erklärte Kreissprecherin Lummitsch der Zeitung. „Die Impfteams haben eine entsprechende Reserve darüber hinaus dabei.“ Am 11. November, dem Tag, an dem die Rentnerin abgewiesen wurde, sei das Soll jedoch deutlich überschritten gewesen.

RND/al