Anzeige
Der Rapper Bushido. Quelle: imago/Future Image

Bushido: „Mir ist wichtig, dass meine Kinder verstehen, dass die Polizei etwas Gutes ist“

Seitdem sich Bushido mit Clanchef Arafat Abou-Chaker zerstritten hat, stehen er und seine Familie unter Polizeischutz. Noch immer halten das Leute für übertrieben, wie Bushido dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) erzählt: „Polizeischutz, so was braucht man in Deutschland nicht, heißt es dann. Aber das stimmt nicht. Dass wir von bewaffneten Beamten geschützt und in gepanzerten Fahrzeugen durch die Gegend gefahren werden, kommt nicht von ungefähr. Und es sollte uns allen zu denken geben, dass sich heute, 2021, mitten im Herzen Westeuropas, eine Familie einer solchen Gefahr ausgesetzt sieht.“

Viel Kontakt hatte der Rapper mit der Polizei auch früher – nur anders: „Dieselben Leute, die heute auf unsere Kinder aufpassen, haben früher bei uns die Hausdurchsuchungen durchgeführt“, sagt er dem RND. „Mir ist wichtig, dass meine Kinder verstehen, dass die Polizei etwas Gutes, etwas Wichtiges ist. Kürzlich habe ich meinen Sohn ermahnt und wollte ihm die Ohren lang ziehen. Seine Antwort: „Papa, dann rufe ich die Polizei.“

„Ich war noch nie so wenig Bushido, wie ich es heute bin“

Auf die Frage, wie viel Bushido denn von früher noch übrig ist, sagt er: „Es gibt ihn noch, und ich werde im nächsten Monat sogar ein neues Album veröffentlichen. Manch einer wird dann sicher den Kopf schütteln und daran zweifeln, ob ich heute wirklich ein anderer bin. Aber glauben Sie mir, ich war noch nie so wenig Bushido, aber so viel Anis Ferchichi, wie ich es heute bin. Dieses ganze Klischee vom bösen Gangsta-Rapper, Leute schlagen, kriminell sein und Blabla, das damals mein Leben bestimmt hat, ist heute nur noch ein ganz kleiner Teil, irgendwo ganz tief in mir vergraben. Und solange ich diesen Teil nicht hervorhole und nicht bewusst in mein Leben lasse, spielt er überhaupt keine Rolle mehr.“

Der Rapper und seine Frau Anna-Maria Ferchichi hatten zuletzt als Zeugen vor dem Landgericht Berlin bei einem Prozess gegen einen Berliner Clanchef ausgesagt. Der 43-jährige Bushido hatte seine Beziehung zu Arafat Abou-Chaker mit einer Zwangsheirat verglichen. Die Staatsanwaltschaft legt dem Clanchef Beleidigung, Freiheitsberaubung, versuchte schwere räuberische Erpressung, Nötigung und gefährliche Körperverletzung zur Last.

Am Freitag (26. November) startet die sechsteilige Serie „Unzensiert – Bushidos Wahrheit“ bei Amazon Prime Video in Deutschland.

Von Andreas Kötter/RND