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19.01.2022, Norwegen, Skien: Die Psychiaterin Randi Rosenqvist sagt aus am zweiten Prozesstag im provisorischen Gerichtssaal des Gefängnisses von Skien, wo der Antrag auf vorzeitige Entlassung des verurteilten Breivik geprüft wird. Der Fall wird vor dem Bezirksgericht Telemark verhandelt. Roseqvist hat in ihrer Funktion als Psychiaterin Breivik nach den Terroranschlägen vom 22.Juli 2011 mehrmals untersucht. Foto: Ole Berg-Rusten/NTB Scanpix/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Quelle: Ole Berg-Rusten/NTB Scanpix/dpa

Psychiaterin während Berufungs­verhandlung über Breivik: Ihm ist nicht zu trauen

Dem Rechtsterroristen Anders Behring Breivik ist nach Angaben einer Psychiaterin auch zehn Jahre nach den Terror­anschlägen in Oslo und auf der Insel Utøya nicht zu trauen. An ihrer Einschätzung des Risikos, das von Breivik ausgehe, habe sich nichts geändert, sagte die norwegische Psychiaterin Randi Rosenqvist am Mittwoch während einer Berufungs­verhandlung im Gefängnis Skien. Die Diagnose sei dieselbe wie zuvor: Das Risiko für künftige Gewalttaten sei im Vergleich zu der ersten Risikobewertung, die sie 2012 und 2013 verfasst habe, unverändert.

Seit Dienstag wird vor dem Bezirksgericht Telemark in der Haftanstalt Skien darüber verhandelt, ob Breivik wie von ihm beantragt vorzeitig auf Bewährung freigelassen werden kann. Seine Erfolgsaussichten sind gering. Die Gerichts­verhandlung soll noch bis voraussichtlich Donnerstag dauern, ein Beschluss soll zu einem späteren Zeitpunkt und möglicherweise bereits nächste Woche bekannt gegeben werden.

Psychaterin als wichtigste Zeugin

Rosenqvist galt vorab als wichtigste Zeugin in dem Verfahren. Sie hat Breivik nach den von ihm am 22. Juli 2011 verübten Anschlägen, bei denen 77 Menschen ums Leben gekommen waren, mehrmals untersucht.

RND/dpa