Anzeige
R. Kelly steht während seiner Verurteilung vor dem Bundesgericht. Der frühere Pop-Superstar R. Kelly ist in einem Missbrauchsprozess zu einer Haftstrafe von 30 Jahren verurteilt worden. Quelle: Antonio Perez/TNS via ZUMA Press

Diese Promis mussten schon ins Gefängnis

Der R&B-Musiker R. Kelly ist am Mittwoch wegen sexuellen Missbrauchs zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Das teilte Bezirksrichterin Ann Donnelly in New York mit. Der Sänger und Songwriter wurde bereits im vergangenen Jahr schuldig gesprochen. Ihm wurde vorgeworfen, Frauen, Mädchen und Jungen systematisch missbraucht und ausgebeutet zu haben. Seit 2019 saß Kelly in Untersuchungshaft. Doch er ist nicht der erste Prominente, der hinter Gitter muss. Hier eine Auswahl.

Boris Becker

Einst war der ehemalige Tennisstar ein gefeierter Held und kassierte Preisgelder in Millionenhöhe. Dann kam der Absturz. 2017 musste Becker zugeben, dass er zahlungsunfähig ist. Im April 2022 verurteilte ihn ein Gericht in London zu zweieinhalb Jahren Haft, von der die zweite Hälfte voraussichtlich auf Bewährung ausgesetzt werden soll. Er hatte seinen Insolvenzverwaltern Vermögenswerte in Millionenhöhe verschwiegen. Becker sitzt im Huntercombe-Gefängnis in Nuffield, rund 70 Kilometer westlich von London.

Becker hatte während des Prozesses ausgesagt, die Vermögenswerte nicht wissentlich vor den Insolvenzverwaltern verschwiegen zu haben. Er gab an, von seinen Anwälten falsch beraten worden zu sein. Zudem habe ihm der Konkursverwalter Michael Bint gesagt, er solle „alles so weitermachen wie bisher“.

Bill Cosby

Jahrzehnte lang war Bill Cosby ein Superstar im US-Fernsehen. 2018 wurde der Komiker wegen sexueller Nötigung zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden. In dem Prozess ging es um einen Fall aus dem Jahr 2004. Cosby hatte rund drei Jahre in Haft verbracht, als das höchste Gericht in Pennsylvania im Juni 2021 seine Verurteilung aufgrund eines Verfahrensfehlers überraschend kippte - Cosby ist seitdem auf freien Fuß.

Im Juni 2022 stand Cosby erneut wegen sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen vor Gericht und wurde schuldig gesprochen. In dem Zivilprozess sah die Jury es als erwiesen an, dass Cosby 1975 ein 16-jähriges Mädchen missbraucht habe. Zu einem Strafprozess kam es nicht, weil der Vorfall bereits verjährt war. Weil die Frau zu dem Zeitpunkt aber minderjährig war, kann sie heute noch zivilrechtlich mit Schadenersatzansprüchen gegen Cosby vorgehen. Der Klägerin sprach die Jury 500.000 Dollar (etwa 475.000 Euro) zu.

Wesley Snipes

Der US-amerikanische Schauspieler und Filmproduzent wurde 2006 wegen Steuerbetrugs angeklagt. Er soll zwischen 1999 und 2004 zu niedrige Einkommensteuer gezahlt und falsche Angaben gemacht haben. Dadurch soll er sich fast 12 Millionen Dollar an Rückzahlungen erschlichen haben. 2008 wurde er deswegen zu drei Jahren Haft verurteilt.

Snipes legte gegen das Urteil Berufung ein und blieb zunächst gegen Kaution frei. 2010 wies ein Berufungsgericht seinen Einspruch zurück. Der Schauspieler wandte sich daraufhin an den Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten, dieser entschied jedoch, sich nicht mit dem Fall zu befassen. Snipes musste noch im selben Jahr seine Haftstrafe antreten und wurde 2013 entlassen.

Lindsay Lohan

Die US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin ist schon des Öfteren mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Ende 2006 wurden Lohans Alkohol- und Drogenprobleme öffentlich. Mehrmals wurde sie danach wegen Trunkenheit am Steuer, Drogenbesitzes und Fahrens ohne Fahrerlaubnis festgenommen.

Weil sie gegen ihre Bewährungsauflagen verstieß, wurde sie 2010 zu 14 Tagen Haft verurteilt. Ein Jahr später leistete sie ihre gemeinnützige Arbeit nicht ab und musste für weitere 30 Tage hinter Gitter.

Ingrid van Bergen

Die deutsche Schauspielerin wurde 1977 wegen Totschlags zu sieben Jahren Haft verurteilt. Sie hatte im selben Jahr ihren 33-Jährigen Lebensgefährten Klaus Knaths mit einem Revolver erschossen. 2009 nahm die heute 90-Jährige als Kandidatin an der RTL-Sendung „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ teil. In der Show erzählte sie, wie es zu der Tat kommen konnte. Laut ihrer Aussage habe Knaths sie wiederholt betrogen und gedemütigt. Van Bergen sei sehr eifersüchtig gewesen.

In der Tatnacht, so erzählte sie, habe sie wieder einmal in der Villa am Starnberger See auf ihn gewartet und aus Frust begonnen zu trinken. Als Knaths nach Hause kam, sei es zu einer Auseinandersetzung gekommen. Am nächsten Morgen sei sie mit 2,1 Promille aufgewacht, fand ihren toten Mann vor dem Haus und die Waffe im Pool. „Irgendetwas ist da passiert, an das ich mich nicht erinnern kann“, sagte Van Bergen über die Tat. Nach Verbüßung von zwei Dritteln der Strafe wurde Van Bergen 1981 wegen guter Führung vorzeitig entlassen.

Mike Tyson

Der ehemalige Boxstar wurde 1992 wegen Vergewaltigung zu sechs Jahren Haft verurteilt, von denen drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurden. Eine Kandidatin der Miss-Black-America-Wahl hatte die Vorwürfe gegen Tyson erhoben. Dieser bestritt die Vorwürfe bis zuletzt. Basierend auf Indizien sowie auf den Aussagen des Opfers und dessen Eltern wurde der ehemalige Schwergewichtsboxer dennoch verurteilt. Der Richter hielt die Aussage des Opfers für glaubwürdiger.

Tyson war zu diesem Zeitpunkt bereits mehrfach vorbestraft. Unter anderem wegen sexueller Belästigung und Körperverletzung. Von seiner ehemaligen Ehefrau Robin Givens, mit der Tyson von 1988 bis 1989 verheiratet war, gab es zudem immer wieder Vorwürfe der häuslichen Gewalt. Im September 1988 erklärte Robin Givens vor laufenden Kameras und neben ihrem Mann sitzend, dass ihre Ehe mit dem Boxweltmeister die „pure Hölle“ und Tyson manisch depressiv sei.

Uli Hoeneß

Der ehemalige Fußballer und Fußballfunktionär entschloss sich 2013 zu einer Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung. Zuvor hatte ein Pressebericht Hoeneß bereits in Bedrängnis gebracht. Im selben Jahr wurde er angeklagt. Laut Anklage soll Hoeneß 3,5 Millionen Euro an Steuern aus Kapitalerträgen hinterzogen haben. Mit Steuerschulden aus Währungswetten bezifferte sich die gesamte Steuerschuld auf 28,5 Millionen Euro.

2014 verurteilte ihn das Gericht zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten. Dabei wurde die Selbstanzeige als ungültig gewertet. Hoeneß verzichtete auf Revision und trat im Juni 2014 seine Haftstrafe an. In einer persönlichen Erklärung hatte Hoeneß zuvor gesagt, er wolle sich den Folgen stellen, weil es seinem „Verständnis von Anstand, Haltung und persönlicher Verantwortung“ entspreche.

Mark Wahlberg

Als Jugendlicher kam der US-amerikanische Schauspieler gleich mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt. Ihm wurden zahlreiche kriminelle Handlungen vorgeworfen, darunter Bedrohung, Körperverletzung, rassistische Äußerung, Vandalismus und Diebstahl.

Im Alter von 16 Jahren wurde er nach einem Angriff auf zwei Männer wegen versuchten Mordes angeklagt. Das Urteil lautete aber nur auf Körperverletzung. Dafür musste er für 45 Tage ins Gefängnis. In einem weiteren Fall griff der damals 21-Jährige einen Nachbarn an und brach dessen Unterkiefer.

RND/lau

Laden Sie sich jetzt hier kostenfrei unsere neue RND-App für Android und iOS herunter