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Der erste Auftritt von Sänger Mickie Krause nach zwei ausgefallenen Ballermann-Saisons. Quelle: IMAGO/Chris Emil Janßen

Party nach der Pandemie: Wie feiert es sich am Ballermann?

Um den Muttertag herum nimmt normalerweise die Saison am Ballermann auf Mallorca so richtig Fahrt auf. Dann reisen besonders viele große Gruppen aus Deutschland an, feiern im Partytempel Megapark und entspannen am Strand. In diesem Jahr ist das anders: „Schon mit Eröffnung des Megaparks am 7. April war es hier richtig voll“, berichtet Ballermann-Sängerin Isi Glück dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Der Grund dafür: „Nach zwei Jahren Corona-Pause war der Andrang riesig. Die Touristen dachten entweder, dass sie jetzt schnell in den Megapark müssen, bevor wieder ein Lockdown kommt. Oder sie wollten die verpassten Partys der vergangenen zwei Jahre nachholen.“

Seit Donnerstag feiert der Megapark dann auch offiziell Saisoneröffnung, mit den Größen der Branche: Mickie Krause, Almklause, Neuzugang H. P. Baxxter, Lorenz Büffel – und natürlich Isi Glück.

Isi Glück ist nun wieder voll im Geschäft. Gerade erst ist sie auf Mallorca gelandet, gestern hatte sie einen Auftritt in Deutschland, heute direkt am Ballermann. Die Höhepunkte der Pandemie hat sie auf Mallorca erlebt, dort hat sie ihren Wohnsitz. „Es war totenstill auf der Insel, das war schon sehr traurig.“

„Das hat sich nach Freiheit angefühlt“

Bei ihrem ersten Auftritt nach der Wiedereröffnung des Megaparks war dann wieder fast alles wie früher. Nur eine Maskenpflicht im Innenraum habe es in der ersten Woche noch gegeben, dann sei auch die gefallen. Mittlerweile gibt es kaum noch Corona-Beschränkungen in Spanien, das Land behandelt das Virus wie eine Grippe. Die Sieben-Tage-Inzidenz in der Inselhauptstadt Palma liegt am Freitag nach Angaben des balearischen Gesundheitsministeriums bei 126 – in Deutschland bei 553.

„Die ersten Auftritte waren sehr emotional“, berichtet Isi Glück. „Das hat sich wieder richtig nach Freiheit angefühlt.“ Dabei sind die Partytouristinnen und ‑touristen längst nicht mehr so frei wie noch vor einigen Jahren. Immer wieder hat die Regionalregierung Benimmregeln erlassen. So wurde zum Beispiel verboten, an Hauswände zu urinieren, auf die Straße zu spucken, oder auf Restaurantterrassen zu rauchen.

Nach der Corona-Pause haben sich auch die Betreiber und Betreiberinnen von Kultlokalen wie dem Megapark und dem Bierkönig eigene Benimmregeln auferlegt. Isi Glück will das aber nicht so hoch hängen: „Das sind eigentlich Selbstverständlichkeiten, die da beschlossen wurden: Dass man mit Schuhen und Oberteil bekleidet ist, Gewalt streng geahndet wird oder dass man mit Nazi-Tattoos in kein Lokal mehr kommt.“

Der Inseltourismus erholt sich

Eine Veränderung der Partykultur beobachtet Isi Glück weder durch die Pandemie noch durch die Regeln. Auch dass die Corona-Pause Künstler und Lokale in den Ruin getrieben hat, habe sich nicht bewahrheitet. Megapark, Bierkönig und andere haben wieder geöffnet, mit der Stürmer-Arena ist sogar ein weiteres hinzugekommen. Von Sängerinnen und Sängern, die sich dem Ballermann abgewandt haben, weiß Isi Glück nichts. Ihre Kollegin Ina Colada habe als weiteres Standbein eine Tapas-Bar in Deutschland eröffnet, sie selbst habe sich mit Instagram-Kooperationen, Autokonzerten und kleineren Aufträgen über Wasser gehalten. Alles in allem sei sie gut durch die Pandemie gekommen, sagt Glück.

Auch abseits des Ballermanns scheint sich der Inseltourismus zu erholen. Das „Mallorca Magazin“ berichtet unter Berufung auf das Nationale Spanische Statistikinstitut, dass Mallorca in den ersten drei Monaten 2022 insgesamt 539.708 internationale Touristinnen und Touristen empfangen habe – zwar noch 22 Prozent weniger als im Vor-Corona-Jahr 2019, aber fast das Sechsfache wie 2021.

Dass sich das Pandemiekapitel langsam schließt, zeigen auch die Ballermann-Hits, erzählt Isi Glück: „In unserer Musik sind die vergangenen beiden Jahre und Corona kein Thema. Die Partygäste haben genug davon.“

RND/sebs

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