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Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner stellt das neue Logo zum Oktoberfest 2022 vor. Quelle: IMAGO/aal.photo

Münchner Oktoberfest präsentiert neues Logo – kein „Layla“-Verbot

München. „O“ wie Oktoberfest: Mit dem ornamenthaft gestalteten Anfangsbuchstaben als neuem Logo geht das Oktoberfest nach drei Jahren Corona-Pause wieder an den Start. Damit solle künftig die geschützte Marke Oktoberfest in die Welt hinausgetragen werden, sagte der Wiesnchef und Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) am Donnerstag in München.

Das „O“ löst das Bild zweier lachender Krüge ab. „Das neue Logo ist, glaube ich, auch eine Zeitenwende für die Wiesn“, sagte Baumgärtner. Ab Mitte August sollen Lederhosen, Janker, aber auch Rucksäcke, Brotzeitbrettl und Wintermützen mit dem neuen Zeichen im Internet erhältlich sein. Der Markenschutz werde nicht zur Gewinnmaximierung betrieben, sondern um das Oktoberfest zu schützen. Es gehe darum, die Marke „sanft weiterzuentwickeln“ und Trittbrettfahrern ein klares Signal zu setzten. „Da ist Schluss.“

Keine Angst vor Gaskrise, Corona oder „Layla“

Das größte Volksfest soll vom 17. September bis 3. Oktober gefeiert werden - ohne Corona-Auflagen. Vorsorglich überträgt die Stadt allerdings den Wirten, Schaustellern und Marktkaufleuten vertraglich das wirtschaftliche Risiko einer möglichen Absage. Weder die Stadt noch der Steuerzahler werde dafür zahlen müssen.

Das Fest werde keine zusätzliche Energieknappheit verursachen. Der Stromverbrauch auf der Wiesn liege bei 0,6 Promille des jährlichen Verbrauchs der Stadt München, bei Gas seien es 0,1 Promille. „Die Wiesn wird nicht dazu führen, dass in München die Lichter ausgehen.“ Auch müsse niemand wegen der Wiesn frieren.

Das umstrittene Lied „Layla“ wird auf dem Oktoberfest nicht verboten sein. „Wer es spielen will, soll es spielen, wer es nicht spielen will, soll es nicht spielen“, sagte der Wiesnchef und Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU) am Donnerstag in München. „Wir sind weder Kultur- noch Sprachpolizei.“

Ob der Song wirklich gespielt wird, ist offen. Wirte-Sprecher Peter Inselkammer sagte Medien zufolge kürzlich, unter den Wirten gebe es die vorherrschende Meinung, dass „Layla“ in den Zelten nicht gespielt werden solle. Es gebe viele andere gute Lieder.

Wiesn-Chef mag „Layla“ nicht

Über den Text des Songs von DJ Robin & Schürze, der es auf den ersten Platz der deutschen Charts schaffte, wird derzeit heftig diskutiert: „Ich hab‘ ‚n Puff - und meine Puffmama heißt Layla. Sie ist schöner, jünger, geiler.“ Würzburg hat das Abspielen von „Layla“ auf dem Kiliani-Volksfest untersagt. Und auf der Düsseldorfer Kirmes haben die Schützen das Lied als Veranstalter in ihrem Festzelt verboten. Den anderen Betreibern von Zelten und Fahrgeschäften legten sie nahe, das Lied ebenfalls nicht zu spielen.

„Die Leute wählen in den Charts als Nummer 1, was ihnen gefällt. Da muss ich mich nicht einmischen“, sagte Baumgärtner. „Ich bin auch kein Kunstkritiker. Mir persönlich gefällt es nicht.“

Auch wenn es auf der Wiesn schon mal derb zugehen kann: „Die Wiesn ist nicht sexistisch“, betonte der Festleiter. Das Volksfest sei weder homophob noch in anderer Weise ausgrenzend. „Die Wiesn ist kein Gebiet für Feindlichkeit gegenüber irgendjemandem.“ Sie sei wie die Stadt München weltoffen und für alle LGBTQ+-Gruppen offen. Die Grenze sei etwa bei Antisemitismus und Gewaltverherrlichung erreicht; das stehe auch in den Betriebsbedingungen der Stadt München.

RND/dpa