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Am Donnerstag, 4.8.2022 war ein Feuer auf dem Sprengplatz ausgebrochen. Auf dem Sprengplatz lagert Munition, die Experten dort normalerweise unschädlich machen. Trotz erster Wirkung der Löschmaßnahmen bleibt der Brand im Berliner Grunewald aus Sicht der Feuerwehr eine „enorme Gefahr“. Quelle: Christophe Gateau/dpa

Zweiter Roboter hilft bei Lösch­arbeiten im Grunewald – Gefahren­bereich muss verkleinert werden

Berlin. Die Folgen des Brandes auf dem Spreng­platz im Berliner Grunewald bergen weiter große Gefahren für die Feuerwehr. Die Einsatz­kräfte wollen näher an das Zentrum des Szenarios heran­rücken. Ziel sei es, den Gefahren­bereich zu verkleinern, sagte Feuerwehr­sprecher Mario Witt am Sonntag.

Es gehe darum, die Einsatzkräfte näher an den Spreng­platz heran­zubringen und im Wald weiter aktiv sein zu können. An vielen kleinen Stellen brennt es immer wieder. Der Einsatz wird nach den Einschätzungen noch Tage dauern.

Auf dem Gelände, auf dem es seit Donnerstag Feuer und Explosionen gegeben hatte, lagern tonnen­weise alte Granaten, Munition und beschlagnahmte Feuerwerks­körper in Gebäuden. Den Spreng­platz zur Vernichtung von Waffen und Explosiv­stoffen gibt es seit 1950. Dort zuständig ist die Polizei.

Aktuell gilt für die Feuerwehr­leute ein Sicherheits­bereich von 500 Metern um den Spreng­platz. Auf dem Spreng­platz selbst ist der Brand aktuell gelöscht. Am Sonntag war ein Spreng­meister in einem gepanzerten Fahrzeug dort. Dabei konnte er wichtiges technisches Material bergen.

Zweiter Roboter für Lösch­arbeiten im Einsatz

Die Feuerwehr kann inzwischen auch einen zweiten Lösch­roboter einsetzen. Das Fahrzeug sei aus Falkensee in Brandenburg eingetroffen, sagte Witt. Nun können die auf dem Gelände definierten Hotspots von zwei Lösch­robotern und einem Lösch­panzer gekühlt werden.

Die Feuerwehr bekämpft auch weiterhin kleinere Brände in der Gefahren­zone. „Es gibt Stellen, da kommen wir nicht ran“, sagte Witt. Vereinzelt seien immer wieder kleinere Feuer zu beobachten. „Da dürfen wir aber noch nicht tätig werden, weil da nach wie vor auch nur gepanzerte Fahrzeuge Zugang haben.“ Witt sprach von einer sehr dynamischen Lage, in der sich kurzfristig viel ändern könne.

Die Situation im Zentrum ist weiterhin brisant. „Wir reden immer noch von einer ganz akuten Gefahr auf dem Spreng­platz“, sagte Witt. „Wenn jetzt Spezial­kräfte in die Einsatz­stelle direkt eindringen, dann heißt das noch lange nicht, dass es da keine Gefahr gibt, sondern die ist sehr wohl da. Deswegen müssen wir da auch mit äußerster Vorsicht agieren.“ Die Arbeit auf dem Spreng­platz sei lebens­gefährlich.

In der Nacht zu Sonntag waren vier mobile Lösch­einheiten mit sechs Fahrzeugen unterwegs. Diese bewässerten im Gebiet rund um die Gefahren­zone den Wald, um Bereiche zu schützen, die noch nicht vom Brand betroffen sind. Gleich­zeitig seien immer wieder kleinere Brand­stellen in der Entstehungs­phase bekämpft worden.

Die Kühl­maßnahmen mit Wasser auf dem Spreng­platz werden nachts ausgesetzt, weil für die eingesetzten Roboter und Panzer Licht und Übersicht nicht ausreichen. Diese Arbeiten gehen morgens jeweils weiter.

Bahn­verkehr wieder freigegeben

Nach der dreitägigen Strecken­sperrung läuft der Bahn­verkehr derweil wieder normal. Das gelte für den Regional- und den Fernverkehr, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Sonntag in Berlin. Die Feuerwehr hatte am Samstag in Absprache mit der Polizei die Zugstrecke wieder freigegeben. Betroffen waren S‑Bahnen, Regional­züge, IC und ICE.

Die Avus genannte Autobahn 115 bleibt hingegen weiter gesperrt. Mit einer Öffnung ist nach den Angaben frühestens am Montag­vormittag zu rechnen.

Auch die seit Ausbruch des Feuers am Donnerstag bestehende generelle Sicherheits­zone von 1000 Metern um das Gelände besteht weiterhin. Eine Ausnahme gilt nur für die Bahn­strecke, die am äußeren Rand der Sperr­zone verläuft.

RND/dpa