Montag , 5. Dezember 2022
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Sankt Johann in Tirol, Österreich: Polizisten sind am Unglücksort im Einsatz. Nach einem Raubüberfall auf seinen Vater ist ein Sechsjähriger in der Tiroler Ache in Österreich ums Leben gekommen (Archivbild). Quelle: Georg Köchler/Zoom Tirol/APA/dp

Kind ertrinkt nach Überfall: Eltern bieten bis zu 30.000 Euro für Hinweise

Der sechsjährige Leon ist vor zwei Wochen in Österreich auf bisher ungeklärte Weise ertrunken. Nach einem Überfall auf seinen Vater fand man ihn tot in einem Fluss. Nun haben die Eltern für nützliche Hinweise an die Polizei bis zu 30.000 Euro Belohnung in Aussicht gestellt. Sie teilten einen entsprechenden Aufruf auf Facebook. „In­formationen oder Hinweise, die ursächlich zur Ausfor­schung des Täters/Täterin entsprechend polizeilicher Bestätigung führen, werden mit der Zahlung eines Be­trags von insgesamt 30.000 Euro belohnt“, heißt es darin.

Polizei: Täter schlug Vater mit Flasche bewusstlos

Der Vater soll seinen Sohn nachts um 4 Uhr in einem Kinderwagen entlang einer Flusspromenade im Tiroler Sankt Johann geschoben haben, als er überfallen wurde, wie RTL berichtet. Der Täter oder die Täterin habe sich angenähert „und dem Mann einen gezielten und wuchtigen Schlag mit einer Flasche auf den Hinterkopf versetzt“, zitiert der Sender die Polizei. Der Vater blieb demnach bewusstlos auf dem Boden liegen. Das Mobiltelefon und den Geldbeutel seines Opfers soll der Täter oder die Täterin mitgenommen haben, bevor er oder sie floh.

Gegen 5.20 Uhr sei der bewusstlose Vater gefunden worden. Als er nach seinem Sohn fragte, suchten Polizei und Feuerwehr nach dem Kind. Nach etwa einer Stunde sei der Junge dann 600 Meter flussabwärts tot aufgefunden worden, heißt es. Die Beamten gehen davon aus, dass Leon aus dem Kinderwagen gestiegen und aus Versehen ins Wasser gestürzt ist.

Leon litt an seltenem Syngap-Syndrom

Grund für den späten Spaziergang war die Erkrankung des Jungen, die mit unruhigen Nächten verbunden ist. „Um das Kind zu beruhigen, ist der Vater mit ihm regelmäßig in der Nacht mit dem Auto spazieren gefahren oder eben auch spazieren gegangen“, so die Polizei.

Leon litt am sogenannten Syngap-Syndrom. Laut dem nach ihm benannten Förderverein, der Forschung zu der seltenen Krankheit unterstützt, werden dadurch motorische, sprachliche und geistige Entwicklung eingeschränkt. Die Folge seien oft autistische Verhaltensweisen und regelmäßige epileptischen Anfälle. Es gebe momentan etwa 300 diagnostizierte Fälle. Eine deutlich höher Dunkelziffer wird vermutet.

RND/sf

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