Mittwoch , 23. September 2020
Gegen ihn wird ebenfalls ermittelt: der Regisseur Dieter Wedel.

Prozess um Erpressung: Ex von Dieter Wedel vor Gericht

Regisseur Dieter Wedel und seine Ex-Partnerin Dominique Voland werden vermutlich vor Gericht aufeinander treffen. Wedel, gegen den wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung ermittelt wird, wirft Voland Erpressung vor. Weil diese einen Strafbefehl wegen Erpressung nicht akzeptiert hat, kommt es im Herbst zum Prozess.

München/Berlin. Der Regisseur Dieter Wedel und seine Ex-Partnerin Dominique Voland werden sich womöglich vor Gericht treffen. Weil Voland einen Strafbefehl wegen Erpressung nicht akzeptiert hat, kommt es im Herbst zum Prozess am Berliner Amtsgericht Tiergarten. Das teilte ihr Anwalt Alexander Stevens in München am Dienstag mit. Zuvor hatte die “Bild”-Zeitung darüber berichtet. Das Gericht bestätigte auf Anfrage den Termin am 26. Oktober.

Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt seit mehr als zwei Jahren wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung gegen Wedel. Eine ehemalige Schauspielerin wirft dem Regisseur („Der große Bellheim“) vor, er habe sie im Sommer 1996 in einem Münchner Hotel zum Sex gezwungen. Damals sei sie 27 Jahre alt gewesen und habe für eine Rolle vorsprechen wollen. 2018 beschuldigten drei Ex-Schauspielerinnen Wedel im „Zeit-Magazin“, sie in den 1990er Jahren sexuell bedrängt zu haben. Der Fall wurde der bekannteste in der deutschen #MeToo-Debatte, die 2017 ins Rollen gekommen war.

Wedel wirft seiner Ex Erpressung vor

In diesem Zusammenhang wirft der Regisseur, der die Vorwürfe gegen ihn bestreitet, seiner früheren Partnerin nach Angaben ihres Anwalts vor, ihn erpresst zu haben. Sie habe Geld gefordert und damit gedroht, sich andernfalls in der Presse negativ über ihn zu äußern. Das Gericht verhängte einen Strafbefehl gegen Voland, gegen den sie Einspruch einlegte. Darum kommt es nun in Berlin zum Prozess, in dem Wedel als mutmaßlich Geschädigter voraussichtlich als Zeuge geladen wird. Seit Bekanntwerden der Vorwürfe gegen ihn hatte er öffentliche Auftritte gemieden.

RND/dpa