Donnerstag , 29. Oktober 2020
Die Schwestern sahen sich nach 53 Jahren wieder. Quelle: Garden Reha-Klinik

Wegen Corona: Schwestern nach 53 Jahren wieder vereint

Im Alter von nur sechs Monaten wird Bev Boro von ihrer Mutter zur Adoption freigegeben, ihre 20 Jahre alte Schwester hat sie seitdem nicht mehr gesehen. Jetzt kommt es zur Wiedervereinigung – Grund ist ausgerechnet die Corona-Pandemie.

Fairmont. Fast 53 Jahre hatten sich zwei Schwestern aus Nebraska nicht mehr gesehen. Dass es jetzt zwischen Doris Crippen und Bev Boro zu einer zufälligen Wiedervereinigung kam, haben sie der Coronavirus-Pandemie zu verdanken.

Doris Crippen war bereits 20, als ihre Halbschwester zur Welt kam. Deren Mutter gab Bev Boro im Alter von sechs Monaten zur Adoption frei. Danach sahen sich die Schwestern nie wieder. Bis Crippen im Juni an Covid-19 erkrankte und geschwächt durchs Fieber stürzte. Dabei zog sie sich einen komplizierten Armbruch zu. Nach überstandenem Coronavirus und einer OP wurde sie in die Dunklau-Garden-Rehaklinik verlegt. Dort arbeitet Boro seit 22 Jahren als medizinische Assistentin.

“Ich konnte nicht glauben, dass meine Schwester vor mir stand”

Der 53-Jährigen kam der Namen Crippen sofort bekannt vor, als sie ihn auf der Einweisung las. Der “Washington Post” sagte sie: “Ich bin zu der Patientin hin und habe den Namen meines Vaters auf eine Tafel geschrieben, weil sie sehr schwerhörig ist. Sie sah ihn und sagte: ‘So hieß mein Vater.’ Und ich sagte: ‘Meiner auch.’ Du hast seine Augen!” Crippen: “Ich bin fast aus meinem Sessel gefallen und dann in Tränen ausgebrochen. Ich konnte nicht glauben, dass meine Schwester vor mir stand. Wir sind uns in die Arme gefallen. Es war 53 Jahre her, dass ich Bev gehalten hatte.”

Die 73-Jährige kann es immer noch nicht fassen, dass sie nach über einem halben Jahrhundert nicht nur eine Schwester wiedergefunden hat – sondern auch drei weitere verschollene Geschwister. Denn auch diese wurden wie Boro zur Adoption freigeben. Die hatte Boro allerdings in den letzten Jahren ausfindig gemacht. Die beiden planen eine Familienvereinigung, sobald die Corona-Pandemie vorbei ist.

RND/sin