Dienstag , 20. Oktober 2020
Ermittler in Südafrika führen eine Untersuchung an einem Nashorn durch, das wegen seiner Hörner getötet wurde. Quelle: Salym Fayad/EPA/dpa

Wegen Coronavirus: Wilderer töten weniger Nashörner

Mit Blick auf die Wilderungen in Südafrika bringt das Coronavirus einen positiven Nebeneffekt mit sich: Denn wegen der Beschränkungen kam es zu deutlich weniger Nashorntötungen. In den sechs Monaten des Jahres 2020 fielen diese nur halb so hoch aus, wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Allerdings zeichnet sich nach der Aufhebung des Lockdowns wieder ein Anstieg ab.

Die Tötungen von Nasenhörnern gingen in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 um 53 Prozent zurück. Grund dafür waren unter anderem Beschränkungen wegen des Coronavirus und Störungen im internationalen Flugverkehr, die die Pläne von Wilderern zunichte machten, wie der britische “Guardian” berichtet. Internationale Schmuggelringe konnten so nicht wie gewohnt ihren kriminellen Aktivitäten nachgehen.

In den ersten sechs Monaten des Jahres wurden in Südafrika 166 Nashörner gewildert. Verglichen mit 316 im ersten Halbjahr 2019 sei das ein Rückgang von 53 Prozent, so Barbara Creecy, die Umweltministerin des Landes. “Wir konnten die ausartenden Nashorntötungen stoppen”, sagte Creecy.

Strenger Lockdown schrittweise wieder gelockert

Allerdings gab sie zu Bedenken, dass nach der schrittweisen Aufhebung der Sperrbeschränkungen und der Wiedereröffnung von Wildparks auch die Wilderei auf Nashörner langsam wieder zugenommen habe. In dem dreimonatigem Lockdown vom 27. März bis Ende Juni seien landesweit lediglich 46 Nashörner getötet worden.

Der Lockdown zur Eindämmung der Pandemie galt als einer weltweit strengsten und sah unter anderem sogar bis 1. Juni ein Verkaufsverbot für Alkohol vor. Mittlerweile wurde er schrittweise wieder gelockert. Inzwischen dürfen Lokale Gästen wieder Sitzplätze anbieten, und Religionsgemeinschaften sich wieder versammeln. Auch die Wirtschaft kranke und hätte sich daher wieder öffnen müssen, argumentierte die Regierung.

RND/ak/AP