Mittwoch , 28. Oktober 2020
Im Vermisstenfall Maddie McCann haben Ermitler der Polizei und des BKA in einer Gartenlaube in Seelze bei Hannover nach Beweisen gesucht. Quelle: imago images/Future Image

Vermisste Maddie: Anwalt von Christian B. nennt Grabungen “pure Verzweiflungstat”

Zwei Tage lang durchsuchen Polizisten eine Privatgartenanlage bei Hannover, die früher dem Hauptverdächtigen im Fall Maddie gehört haben soll. Der Rechtsanwalt von Christian B. zeigt wenig Verständnis für die Aktion – er nennt die Untersuchung eine “pure Verzweiflungstat der Staatsanwaltschaft”.

Hannover. Zwei Tage lang durchsuchten Polizei und BKA eine Gartenanlage bei Hannover – hier hatte der Verdächtige im Vermisstenfall Maddie, Christian B., eine Parzelle. Gegenüber der “Hannoverschen Allgemeinen Zeitung” (HAZ) sagte der Rechtsanwalt des Hauptverdächtigen, Friedrich Sebastian Fülscher, am Donnerstag, dies sei eine “pure Verzweiflungstat der Staatsanwaltschaft” gewesen. Die Polizei werde auch dort nichts finden. “Scheinbar fällt es den Ermittlern schwer, sich einzugestehen, auf das falsche Pferd gesetzt zu haben”, sagte Fülscher zur “HAZ”.

In Seelze legten die Ermittler einen verborgenen Kellerraum auf dem früheren Grundstück von Christian B. frei. Auch Spürhunde und ein Minibagger waren im Einsatz.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hatte zu Beginn des Einsatzes lediglich bestätigt, dass die Grabungen im Zusammenhang mit den Mordermittlungen gegen einen 43-jährigen Deutschen stehen. Christian B. soll die damals dreijährige Maddie 2007 aus einer Ferienanlage an der portugiesischen Algarve entführt haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Kind tot ist. Nach Madeleines Verschwinden lebte der Verdächtige in Hannover – Medienberichten zufolge wohnte er in einem Kleinbus und arbeitete in einer Werkstatt nicht weit von dem jetzt durchsuchten Kleingarten entfernt.

Christian B. will nun doch vorzeitig aus Haft

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass B. erneut einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung gestellt hat. Dafür sei nun das Landgericht Kiel zuständig und nicht mehr wie bei dem vorherigen, vor zwei Tagen zurückgezogenen Antrag das Landgericht Braunschweig, teilte sein Rechtsanwalt mit. Der Verdächtige sitzt derzeit in Kiel eine Gefängnisstrafe wegen Drogenhandels ab. Das Haftende ist für den 7. Januar 2021 terminiert – zwei Drittel dieser Strafe waren am 7. Juni dieses Jahres verbüßt.

RND/am, mit dpa