Samstag , 3. Dezember 2022
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Das zerstörte Bleiglasfenster der Synagoge in Hannover.

Fenster von Synagoge in Hannover eingeworfen – am höchsten jüdischen Feiertag

Hannover. Am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur ist am Mittwoch an der Synagoge Hannover ein Fenster beschädigt worden. Das bestätigte ein Polizeisprecher. Es gebe keine Verletzten. Einem Bericht der „Hannoverschen Allgemeine“ zufolge wurde während des Gottesdienstes gegen 19 Uhr ein Stein oder ein anderer harter Gegenstand durch ein Bleiglasfenster an der Frauenempore geworfen. Mehr Details konnte der Sprecher zunächst nicht nennen. Der Einsatz laufe noch.

Rund 150 Menschen hatten sich dem Zeitungs­bericht zufolge am Versöhnungstag in der Synagoge versammelt, um zu beten. Gegen Ende des Gottesdienstes hörten Besucher dann ein Klirren und einen Schlag, wie die Zeitung berichtet. In etwa sechs Metern Höhe klaffte ein Loch in dem Fenster. Michael Fürst, der Vorsitzende der Gemeinde, sagte der Zeitung: „Der Täter muss auf das Gelände der Synagoge gelangt sein. Ich bin zutiefst schockiert.“

Jom Kippur, der höchste jüdische Feiertag fällt von Jahr zu Jahr auf unterschiedliche Daten im September oder Oktober.

Vor drei Jahren hatte an diesem Feiertag in Halle (Sachsen-Anhalt) ein schwer bewaffneter rechtsextremer und antisemitischer Attentäter versucht, in der voll besetzten Synagoge der Jüdischen Gemeinde zu Halle ein Blutbad anzurichten. Er warf am 9. Oktober 2019 Brand- und Sprengsätze und schoss auf die Zugangstür, gelangte aber nicht auf das Gelände, weil die Tür dem Angriff standhielt. Vor der Synagoge erschoss er eine Passantin, in einem nahe gelegenen Dönerimbiss einen 20‑Jährigen. Das Oberlandesgericht Naumburg verurteilte den Täter zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung.

RND/dpa