Dienstag , 20. Oktober 2020
Nadja Poppen, Besitzerin des Bioland-Hofs Sonnenschein, füttert ihr bei Instagram bekannt gewordenes Angler Sattelschwein Bobby. Quelle: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Schwein Bobby entkommt dreimal dem Schlachter und wird zum Instagram-Star

Mit über 180 Kilogramm sollte das Sattelschwein Bobby schon längst auf die Schlachtbank. Doch jeder Versuch, es einzufangen, scheiterte. Stattdessen erstellte die Landwirtin des des Biohofs Sonnenschein in Aurich einen Instagram-Account für den Vierbeiner – mit großem Erfolg.

Aurich. Eigentlich sollte das 14 Monate alte Angler Sattelschwein des Bioland Hofs Sonnenschein in Aurich schon längst geschlachtet werden. Doch Schwergewicht Graf Bobby von Sonnenschein habe sich bereits dreimal erfolgreich vor der Schlachtbank drücken können, berichtete Nadja Poppen, Landwirtin des Hofs, dem Magazin “Bunte”.

Da das Schwein schon immer das größte unter seinen Artgenossen war, sollte es als Erstes “dran glauben”: “Aber er ist immer durch uns durchgelaufen oder hat uns umgerannt”, so Poppen. Nach zwei weiteren Versuchen habe die Familie schließlich nachgegeben: “Okay, du hast gewonnen, du bleibst erst mal hier und wir überlegen uns was anderes für dich.”

Instagram-Account für Patensuche

Seitdem lebe das über 180 Kilogramm schwere Schwein mit anderen Artgenossen weiterhin auf dem Hof. Da die Haltung inklusive Futter- und Tierarztkosten jedoch relativ teuer sei, habe die 40-jährige Landwirtin beschlossen, ein Instagram-Profil für Bobby einzurichten, um auf diese Weise einen Paten zu finden – mit Erfolg. Mittlerweile sei das Futter des Sattelschweins für mindestens ein Jahr gesichert, so Poppen. Und Bobby hat bereits über 4500 Follower.

Allerdings erntet die Landwirtin auch Kritik für den Account, auf dem sie in den Bildunterschriften aus der Sicht von Bobby schreibt. “Einige sagen, dass das sehr makaber ist, dass wir ein Schwein berichten lassen und dafür andere Schweine sterben müssen”, erklärte Poppen gegenüber “Bunte”. “Ich weiß, dass viele Menschen das anders sehen. Aber wir essen gerne Fleisch, wir produzieren es. Das ist unser Lebensunterhalt.”

RND/al