Sonntag , 27. September 2020
In einer Flüchtlingsunterkunft in Stahnsdorf haben Bewohner gegen die Corona-Quarantäne rebelliert. (Symbolbild) Quelle: Matthias Balk/dpa

Flüchtlingsheim in Brandenburg: Bewohner widersetzen sich Corona-Quarantäne

In einer Flüchtlingsunterkunft in Stahnsdorf (Brandenburg) ist es am Mittwoch zu einem Polizeieinsatz gekommen. Mehrere Bewohner hatten gegen die behördlich angeordnete Quarantäne rebelliert. Insgesamt sind dort 236 Menschen untergebracht, fast 20 sind bereits positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Stahnsdorf. In einem Flüchtlingsheim bei Potsdam haben Bewohner gegen die geltenden Corona-Beschränkungen rebelliert und am Mittwoch (29. Juli) einen Polizeieinsatz ausgelöst. Die 236 dort untergebrachten Bewohner würden sich seit über einer Woche in Quarantäne befinden und dürften das Gelände nicht verlassen, berichtete die “Märkische Allgemeine Zeitung” (MAZ). Daraufhin sei es zu massiven Problemen mit den Bewohnern bekommen, da viele sich nicht an die verordnete Quarantäne halten würden. Da die Bewohner auch Mitarbeiter bedroht hätten, sei die Polizei hinzugezogen worden, um eine Eskalation zu verhindern, so die Zeitung.

19 Bewohner des Heims infiziert

Wie die Sprecherin des Landkreises Stahnsdorf Andrea Metzler der MAZ mitteilte, seien zwei Bewohner ermittelt worden, die immer wieder die Stimmung im Flüchtlingsheim angeheizt hatten. Auf die beiden Männer sei beruhigend eingewirkt worden, so Metzler. Sie werden daher nicht wie andere Personen, die sich gegen die behördlich angeordnete Corona-Quarantäne wehren, in Zwangsquarantäne gebracht.

In der Flüchtlingsunterkunft Stahnsdorf haben sich nach MAZ-Informationen 19 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Sie sollen nun gemeinsam mit 14 anderen Bewohnern mit einem Regionalbus in eine Quarantänestation nach Teltow gefahren werden. In Stahnsdorf würden laut der Zeitung noch 25 Corona-Tests der Bewohner ausstehen. Diese sollen am Freitag vorgenommen werden. Die Testergebnisse könnten zu einer Verlängerung der Quarantäne für die Bewohner des Stahnsdorfer Heims führen, gab der Landkreis laut MAZ bekannt.

RND/al