Sonntag , 20. September 2020
Komiker Wigald Boning wurde auf das Coronavirus getestet. Quelle: dpa

Komiker Wigald Boning berichtet von Corona-Test – und macht sich über Verweigerer lustig

Der Komiker Wigald Boning wurde offenbar auf das Coronavirus getestet – und hat dazu auf Facebook einen humoristischen Miniaufsatz verfasst. Darin erklärt er nicht nur genau das Verfahren, sondern macht sich auch über Testverweigerer und Verschwörungstheoretiker lustig.

Der Komiker Wigald Boning (53) wurde auf das Coronavirus getestet, wie er in einem Facebook-Beitrag erzählt. Dabei beschreibt er detailliert und gleichzeitig humoristisch das Vorgehen der Ärztin beim Testen – und macht sich gleichzeitig über Verschwörungstheoretiker lustig.

“Morgens, halb zehn in Deutschland: Es klingelt an der Tür, und die sympathische Betriebsärztin tritt ein”, beginnt Boning seinen Miniaufsatz auf Facebook. Es folgt eine detaillierte Erläuterung des Testes im Nasen- und Rachenraum, vor dem er demnach von der Ärztin auch gefragt wurde, ob er zum Brechreiz neige. Tut er offenbar nicht besonders: “Sie bereitet mich darauf vor, dass der Rachenabstrich zum Würgen führen kann, aber meine vorfreudige Neugier schlägt das Unbehagen um Längen”, schreibt der Komiker weiter.

Nach dem Rachen ist die Nase dran

Als der Rachenabstrich durch ist, folgt die Nase: “Der Wattestab gelangt in eine Gegend, die ich beim Popeln bisher erfolglos angesteuert habe, und meine Augen tränen, ohne dass ich niesen muss”, so Bonings eindrückliche Erklärung. Er selbst glaubt eher nicht, dass er das Coronavirus hat oder hatte: “Letzter grippaler Infekt im Januar letzten Jahres, seither null Symptome. Aber was hat das schon zu bedeuten?” Doch seinem Text vom Mittwoch zufolge steht nächste Woche noch mal ein zweiter Test an.

Es folgt eine kleine Abrechnung mit Testverweigerern und Verschwörungstheoretikern: “Als die Ärztin gegangen ist, werfe ich einen Blick aufs Handy. In der Zwischenzeit sind zwei persönliche Mitteilungen eingegangen, die mich beide vor dem Test warnen, einer sogar in dramatischem Tonfall. Die Absender sind mir persönlich unbekannt. Der eine behauptet, die Untersuchung sei gefährlich, weil der Wattestab die ‘Nasen-Gehirn-Schranke’ touchieren würde, einen ‘hochsensiblen’ Bereich”, so Boning. “Noch bemerkenswerter finde ich die zweite Warnung: Der Test verfolge zwei Ziele: Zum einen werde mir so erst das Virus auf die Schleimhaut aufgetragen, er mache mich also krank. Zum zweiten werde ein sehr, sehr kleiner Chip ins Gehirn implantiert, der mich ‘zum Roboter’ werden lasse.”

“Diese Roboterhaftigkeit begleitet mich aber schon deutlich länger”

Dazu schreibt der Komiker nur scherzhaft, dass er “baff” sei – das Implantieren eines Chips habe er sich dann doch komplizierter vorgestellt. Roboteranzeichen erkennt er aber trotzdem an sich, allerdings nicht erst seit dem Tag des Testes. “Ja, ich fühle mich ein bisschen steif, gerade in den Kniekehlen, wenn ich versuche, mit vornübergebeugten Armen den Boden zu berühren. Diese Roboterhaftigkeit begleitet mich aber schon deutlich länger.”

Das Fazit des Komikers zu dem Tag: “Testen ist kurzweilig und mitnichten unerträglich. Ich empfand es eher als Bereicherung meines Erfahrungshorizonts, dass in mir bisher unbekannte Hohlräume meines Körpers vorgestoßen wurde.”

RND/hsc