Dienstag , 29. September 2020
Am Königsplatz in Augsburg trauern Ende 2019 Mitglieder der Augsburger Berufsfeuerwehr um ihren getöteten Kollegen. Quelle: Stefan Puchner/dpa

OB schaltet Traueranzeige für getöteten Feuerwehrmann – Hass-Mail-Absender verurteilt

Ende Dezember 2019 wird in Augsburg ein Feuerwehrmann von Jugendlichen getötet. Der damalige Oberbürgermeister der Stadt schaltet eine Traueranzeige – und bekommt deshalb eine Hass-Mail von einem 61-Jährigen. Der wird dafür nun vor Gericht zu einer Geldstrafe von 1200 Euro verurteilt.

Augsburg. Wegen einer Hass-Mail an den früheren Augsburger Oberbürgermeister im Zusammenhang mit dem tödlichen Gewaltverbrechen vom Nikolaustag 2019 ist ein 61 Jahre alter Mann zu einer Geldstrafe von 1200 Euro verurteilt worden. Dies teilte das Amtsgericht Augsburg am Donnerstag mit.

Ursprünglich sollte der Angeklagte, der Einspruch gegen einen Strafbefehl eingelegt hatte, sich am Donnerstagvormittag vor Gericht verantworten. Da der 61-Jährige kurz zuvor seinen Einspruch zurückzog, ist die Strafe wegen Beleidigung rechtskräftig. Der Mann hatte in einer E-Mail bezüglich des früheren Oberbürgermeisters Kurt Gribl (CSU) „Mainstreamgeile-Linksversiffte Idioten“ geschrieben und den OB als Kriminellen bezeichnet.

Traueranzeige des OBs für den getöteten Feuerwehrmann

Hintergrund der Mail war eine Traueranzeige, die Gribl für einen Augsburger Berufsfeuerwehrmann aufgegeben hatte, der am 6. Dezember 2019 am Königsplatz bei einer Auseinandersetzung mit Jugendlichen umgebracht wurde. In der Todesanzeige hatte Gribl geschrieben, dass der 49 Jahre alte städtische Mitarbeiter „durch einen tragischen Vorfall“ gestorben sei. In der Folge war Gribl in den sozialen Netzwerken und in E-Mails wegen angeblicher Verharmlosung der Tat scharf kritisiert worden.

Die Staatsanwaltschaft hat gegen einen 17-Jährigen, der den 49-Jährigen mit einem Faustschlag getötet haben soll, Anklage erhoben. Der Prozesstermin ist noch nicht bekannt.

RND/dpa