Samstag , 31. Oktober 2020
Die Kälber verlassen den Transporter. Quelle: Polizeidirektion Chemnitz

Durstige Kälber, zu wenig Platz: Polizei stoppt Tiertransporter

Schlimme Zustände stellt die Polizei bei einem Tiertransporter in Sachsen fest. Die 169 Kälber haben zu wenig Platz, die jüngsten sind weniger als zwei Wochen alt.

Mittweida. Durstige Kälber und zu wenig Platz: Die Polizei hat in Mittweida (Landkreis Mittelsachsen) einen Tiertransporter mit 169 Kälbern aus dem Verkehr gezogen. Nach Angaben der Polizeidirektion Chemnitz vom Mittwoch hatten Beamte bei der Kontrolle am Montag festgestellt, dass der 49 Jahre alte Fahrer die zulässige Transportzeit auf dem Weg nach Nordrhein-Westfalen nicht eingehalten hatte. Zudem hätten einige Kälber nicht befördert werden dürfen, da sie nicht einmal 14 Tage alt und von der Mutter noch nicht entwöhnt waren. Sie konnten Tränken deshalb nicht nutzen.

Auf der obersten Ladefläche des Transporters sei zwischen dem Rücken der Tiere und der Laderaumdecke kaum Platz gewesen, wie die Polizei weiter mitteilte. Dadurch seien die Kälber mit dem Rücken angestoßen und der Luftaustausch sei nicht gewährleistet gewesen.

Die kleinsten Kälber waren weniger als zwei Wochen alt

Die Polizisten hinderten den Fahrer an der Weiterfahrt nach Nordrhein-Westfalen. Die Tiere seien zu einer Sammelstelle des Landkreises gebracht und entladen worden. Alle Kälber bekamen Elektrolytlösungen, so die Polizei. Vertreter des Veterinäramtes entschieden, dass nicht alle 169 Kälber für den Weitertransport verladen werden dürfen. Die kleinsten und weniger als zwei Wochen alten Tiere blieben in der Sammelstelle. Sie sollen dort bis auf weiteres versorgt werden.

Wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz und gegen die Tierschutztransportverordnung wurden gegen den Fahrer, den Organisator des Transportes und die Verantwortlichen der Transportfirma mehrere Ermittlungsverfahren eingeleitet, teilte die Polizei mit.

RND/dpa