Dienstag , 29. September 2020
Landstraße war gestern – Tirol verhängt wieder regionale Fahrverbote für Urlauber. Quelle: Unsplash/OliaNayda

Mit dem Auto nach Italien? Tirol sperrt Straßen für Urlauber

Deutsche Urlauber müssen sich auf Streckensperrungen einstellen: Das österreichische Bundesland erlässt erneut regionale Fahrverbote auf Ausweichstrecken. Grund ist der gestiegene Ferienverkehr.

Innsbruck. Auf dem Weg in den Italien-Urlaub versuchen viele Autofahrer, die österreichischen Autobahnen zu meiden. Grund: Staugefahr und Maut. Doch nun sperrt Tirol wieder Landstraßen für Urlauber: Das österreichische Bundesland führt an Wochenenden im Bezirk Reutte vorübergehend ein regionales Fahrverbot auf Ausweichstrecken ein.

Dies sei eine Reaktion auf den zuletzt stark angestiegenen Ferienverkehr, teilte das Land am Mittwoch mit. Damit dürfen Ausweichstrecken auf der auch bei deutschen Urlaubern beliebten Fernpassroute von Durchreisenden nicht mehr benutzt werden.

Abfahrten auf Fernpassroute in Österreich gesperrt

Konkret betrifft dies die Abfahrten auf der Fernpassroute im Bereich Reutte-Nord und Vils an der Grenze zu Bayern. Die Maßnahme gilt an den Wochenenden im Zeitraum vom 1. August bis zum 13. September jeweils von Samstag 7 Uhr bis Sonntag 19 Uhr in beiden Richtungen. Ausgenommen ist etwa der Anliegerverkehr.

“Der Stau-Ausweichverkehr ist eine Gefahr für die Verkehrs- und Versorgungssicherheit in den betroffenen Regionen und Ortschaften entlang der viel frequentierten Hauptreiserouten”, sagte Tirols Landeschef Günther Platter. Die Situation rund um Kufstein und Innsbruck werde laufend analysiert. Auch dort könne es bei Bedarf zu regionalen Fahrverboten auf Ausweichstrecken für den Durchreiseverkehr kommen.

“Bereits im vergangenen Sommer und Winter hat sich gezeigt, dass die Fahrverbote auf dem niederrangigen Straßennetz der richtige Weg sind, um die Sicherheit auf den betroffenen Straßen aufrecht zu erhalten und einen Verkehrskollaps in den Ortschaften zu vermeiden”, meinte Tirols Vize-Landeschefin Ingrid Felipe.

Im Sommer 2019 waren den Angaben zufolge im Bezirk Reutte insgesamt fast 16.400 Autofahrer zurückgewiesen worden. Es handle sich auch diesmal um eine Notwehrmaßnahme, um die Menschen vor den negativen Auswirkungen des Durchgangsverkehrs zu schützen, so Felipe weiter.

RND/dpa