Sonntag , 20. September 2020
Einsatzkräfte der Feuerwehr stehen vor einem Hinterhof, in dem un Düsseldorf ein Gebäude eingestürzt ist. Quelle: Marcel Kusch/dpa

Hauseinsturz in Düsseldorf: Suche nach zweitem Arbeiter dauert an

Zwei Tage nach dem Einsturz eines Hauses in Düsseldorf sucht die Feuerwehr weiter nach einem möglicherweise eingeschlossenen Arbeiter. Gleichzeitig stellt sich die Frage: Waren die Arbeiten an dem Haus eigentlich genehmigt?

Düsseldorf. Die Suche nach dem zweiten vermissten Arbeiter nach einem Hauseinsturz in Düsseldorf geht weiter. Am frühen Mittwochmorgen habe man damit begonnen, den Schutt von oben nach unten abzutragen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Unter anderem kämen auch zwei Kräne zum Einsatz. Zuvor sei die Feuerwehr noch mit Sicherungsmaßnahmen beschäftigt gewesen.

Die Identität der beiden Bauarbeiter war am Mittwochmorgen weiter unklar. Einen der Männer habe man zwar mit einer Kamera lokalisieren können, eine Identifizierung sei durch den Staub und den Bauschutt allerdings nicht möglich.

Der Leichnam, der am Dienstag entdeckt worden war, liegt laut Feuerwehr “so kompliziert” unter dem Berg von Bauschutt und Stahl, dass eine Bergung bisher nicht möglich war. Der zweite, vermisste Bauarbeiter war zuvor im Keller vermutet worden, dort habe er zum Zeitpunkt des Einsturzes wohl gearbeitet. Die Einsatzkräfte suchten am Dienstag mit technischer Hilfe Hohlräume ab – ohne Erfolg. Auch in der Nacht zum Mittwoch war die Feuerwehr noch mit rund 60 Einsatzkräften vor Ort.

Notfallseelsorger und Psychologen im Einsatz

Das Hinterhaus in der Düsseldorfer Innenstadt in der Nähe der bekannten Königsallee war am Montagnachmittag teilweise eingestürzt. Von einem mehrere Stockwerke hohen, leerstehenden Gebäudeteil blieb nur ein Trümmerberg mit Mauerteilen, Steinen, Latten und einem Rest vom Gerüst übrig. Notfallseelsorger und Psychologen betreuten mehr als 50 Menschen: darunter Arbeiter von der Baustelle, Angehörige der Vermissten und Anwohner, die aus ihren Wohnungen heraus mussten. Rettungshunde waren zum Unglücksort gebracht, aber nicht eingesetzt worden.

Noch keine Baufreigabe

Die Staatsanwaltschaft ermittelt in einem sogenannten Todesermittlungsverfahren. Es gehe unter anderem um die Frage, ob Fremdverschulden vorliege, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Ein Aspekt sei dabei, ob die Arbeiten an dem Haus genehmigungsbedürftig gewesen seien.

Die Stadt hatte am Dienstag mitgeteilt, dass für die Arbeiten an dem Haus zwar am Montag eine Genehmigung erteilt worden sei, es aber noch keine Baufreigabe gegeben habe. Dafür habe ein sogenannter Standsicherungsnachweis gefehlt.

RND/dpa