Sonntag , 20. September 2020
Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) spricht bei einer Pk über das Video mit dem umstrittenen Rapper Farid Bang, das ein Appell an die Jugendlichen der Landeshauptstadt sein sollte, sich an die Corona-Abstandsregeln zu halten. Quelle: Roberto Pfeil/dpa

Nach Proteststurm: Düsseldorfs OB lässt Farid-Bang-Video löschen

Der Skandal-Rapper Farid Bang ist bei vielen jungen Menschen beliebt. Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel wollte sich das zunutze machen und ließ auf den Social-Media-Kanälen der Stadt ein Video teilen, in dem Farid Bang junge Feiernde auffordert, sich an die Corona-Regeln zu halten. Doch die Aktion ging nach hinten los – nun reagiert Geisel.

Düsseldorf. Nach einem Proteststurm hat Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) ein Video mit dem Skandal-Rapper Farid Bang von den Social-Media-Kanälen der Stadt löschen lassen. Damit folge er dem Willen der Ratsfraktionen, teilte Geisel am Dienstag auf Facebook mit. “Bei aller – berechtigten – Kritik an der Person von Farid Bang sehe ich keinen Anlass für eine Entschuldigung”, betonte der Oberbürgermeister, der bei den Kommunalwahlen im September sein Amt verteidigen will.

Geisel hatte am vergangenen Mittwoch einen Videoclip der Stadt veröffentlichen lassen, in dem der Düsseldorfer Rapper feiernde junge Leute in der Altstadt zum Respekt vor den Corona-Regeln ermahnt. Farid Bang steht wegen frauenfeindlicher, gewaltverherrlichender und antisemitischer Texte in der Kritik. Der Clip, mit dem Geisel vor allem junge Männer mit Migrationshintergrund ansprechen wollte, wurde quer durch die Parteien und auch von der jüdischen Gemeinde kritisiert.

Es gebe in der Stadtgesellschaft einen breiten Konsens darüber, dass sich die Probleme in der Altstadt und am Rheinufer nicht alleine mit polizeilichen Mitteln lösen ließen, sagte Geisel. Einen wirklich überzeugenden Vorschlag habe er dazu nicht gehört. Zwar finde auch er die Texte von Farid Bang teilweise widerwärtig. Allerdings habe der Rapper auch großzügige Spenden von Schutzmasken an zahlreiche karitative und städtische Einrichtungen geleistet, die auch „dankbar angenommen wurden“, so Geisel.

RND/dpa