Montag , 26. Oktober 2020
Ein Test auf das Coronavirus. (Archivfoto) Quelle: imago images/Noah Wedel

Schon 18 Fälle: Wieder Corona-Ausbruch nach Kneipen-Besuch in Berlin

Nach einem Kneipen-Besuch haben sich mindestens 18 Menschen in Berlin mit Corona infiziert. Dutzende Gäste und sieben Mitarbeiter stehen unter Quarantäne. Problematisch: Mehr als 40 Besucher haben falsche Namen angegeben und werden jetzt gesucht.

Berlin. Wegen Corona-Fällen sucht das Gesundheitsamt des Berliner Bezirks Neukölln Besucher einer Kneipe im Schillerkiez. Zwischen dem 16. und 18. Juli sei es im Brauhaus Neulich in der Selchower Straße zu einem „nachgewiesenen Infektionsgeschehen“ mit bisher 18 bestätigten Fällen gekommen, teilte das Bezirksamt am Dienstag mit. Gesucht würden nun weitere Gäste, die in dem Zeitraum in dem Lokal waren. „Bisher stehen 68 Gäste und sieben Beschäftigte des Brauhaus Neulich unter Quarantäne.“

Der Bezirk hat bei der Nachverfolgung der Kontakte zu kämpfen: Insbesondere würden 41 Gäste gesucht, deren Namensangaben in den Listen vom 16. Juli unvollständig oder falsch seien. Wie der Bezirk weiter erklärte, gibt es Anhaltspunkte, dass die verpflichtende Anwesenheitsdokumentation „nicht zu jedem Zeitpunkt ordnungsgemäß geführt wurde“, hieß es. Man müsse davon ausgehen, dass weitere Gäste bisher unerkannt blieben. „Das Bezirksamt Neukölln prüft in diesem Zusammenhang die Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens.“

Bereits zahlreiche Corona-Fälle nach Party-Abend

Jeder Gastwirt, aber auch jeder Gast trage eine Verantwortung für die vollständige und wahrheitsgemäße Dokumentation der Anwesenheiten, erklärte der Neuköllner Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU). „Wer diese Verantwortung nicht ernst nimmt, trägt eine Mitschuld an der weiteren Verbreitung der Infektion, an möglicherweise schweren Krankheitsverläufen und an möglicherweise erneuten tiefen Einschnitten in unser aller Freiheit durch neue harte Eindämmungsmaßnahmen.“

Erst vergangene Woche hatte der Bezirk Mitte nach Corona-Fällen im Zusammenhang mit einem Party-Abend in einer Bar unter dem Fernsehturm Gäste aufgerufen, sich zu melden. Laut Bezirk waren auch dort Kontaktlisten fehlerhaft und unvollständig.

RND/dpa