Freitag , 25. September 2020
Sommerhitze in Europa: Am Wochenende soll es in Deutschland heiß werden. Quelle: imago images/Arnulf Hettrich

Wetter am Wochenende: Es wird endlich auch im Norden sommerlich

In Norddeutschland kalt und windig und in Süddeutschland warm und sonnig: So sah es in diesem Sommer bisher schon häufiger aus. Doch am kommenden Wochenende soll es nun flächendeckend in allen Bundesländern heiß werden. Lange anhalten wird das aber vermutlich nicht.

Temperaturen um die 20 Grad, teilweise Regen und Wind: So sieht das Wetter im Moment in Norddeutschland häufig aus. Und viele fragen sich, ob das schon der Sommer ist. “Im Vergleich zu den letzten Jahren ist es ein wechselhafter Sommer. Jedoch sind die Temperaturen auf normalem Sommerniveau”, sagt Meteorologe Martin Gudd dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Die Temperaturen in Deutschland sind dabei nicht überall gleich. Im Süden von Deutschland – wie in Baden-Württemberg – kletterte das Thermometer am heutigen Montag schon auf 30 Grad. Auch Bayern hatte in den vergangenen Wochen häufiger Sonne und sommerliche Temperaturen vorzuweisen. So schön wird es vielleicht auch bald in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bremen.

Temperaturen steigen auf 36 Grad

Laut Meteorologe Gudd wird es am Samstag in ganz Deutschland sehr warm. In Süd- und Westdeutschland werden demnach Temperaturen von mehr als 30 Grad erwartet, in manchen Gegenden sogar bis zu 36 Grad. Im Nordosten wie Berlin oder an der Ostsee werden Temperaturen von bis zu 29 Grad für den Samstag angegeben.

Am Samstagabend könnten wegen der hohen Temperaturen dann aber schon wieder erste Gewitter auftreten. Diese ziehen am Sonntag über fast ganz Deutschland hinweg und verdrängen die milden Temperaturen. “Wahrscheinlich wird es für ein oder maximal zwei Tage richtig schön und danach erleben wir wieder wohltemperierte Tage”, sagt der 56-jährige Wetterexperte.

Am Freitag beginnt die Hitze

Am Mittwoch und Donnerstag strahlt bereits die Sonne, jedoch sind noch einige Wolken am Himmel. Die Temperaturen liegen zwischen 20 und 27 Grad. Die Alpen seien laut Gudd ein Gewitterhotspot, auch am Mittwoch und Donnerstag könnten schon Gewitter über die Berge ziehen. An den Küsten könnten dickere Wolken mit niedrigeren Temperaturen von 18 bis 22 Grad auftreten.

Dann geht es mit dem kurzen Hitzesommer los: “Am Freitag tankt sich der Sommer auf”, sagt Gudd voraus. Es wird voraussichtlich nicht regnen, und Temperaturen von bis zu 30 Grad werden erwartet. Im Breisgau könnte der Tag sogar mit 35 Grad enden.

Warmes Wetter bleibt in Südeuropa

In den letzten Jahren kam die Hitze aus Südwesteuropa regelmäßig nach ganz Deutschland. Doch in diesem Jahr scheint sie irgendwo in der Mitte Deutschlands stecken zu bleiben – weshalb es oft so große Schwankungen zwischen Nord- und Süddeutschland gibt. “Es besteht noch die Möglichkeit auf warme Tage im Norden, jedoch lässt sich das im Moment schwer voraussagen”, merkt Gudd an.

Keine Sieben-Tage-Vorschau möglich

Einige Wettervorhersagen versprechen eine Sieben-Tage-Vorschau oder sogar eine Vierzehn-Tage-Vorschau. Diese Anzeigen gehen dem Meterologen deutlich zu weit. “Die seriöse Grenze liegt bei vier oder fünf Tagen. Darüber hinaus ist die Wahrscheinlichkeit, dass Fehler auftreten, zu hoch”, so Gudd.

Besonders zurzeit ist eine Wettervorschau schwierig. Aufgrund der wenigen Flugreisen fehlen detaillierte Wetterdaten. Somit könnte die Witterung bereits nach 24 Stunden deutlich anders aussehen. “Die Modelle sind fantastisch, heutzutage aber mit Überraschungen verbunden”, so der Meteorologe.

RND/akw