Donnerstag , 24. September 2020
Der Mann muss fast zehn Jahre ins Gefängnis. (Symbolbild) Quelle: picture alliance / imageBROKER

27 Jahre nach Mord in Flüchtlingsunterkunft: Täter muss ins Gefängnis

Schon mehr als 27 Jahre liegt die Tat zurück. Nun wird ein Mann wegen eines Mordes in einer Flüchtlingsunterkunft schuldig gesprochen. Er wird zu einer Haftstrafe von neuneinhalb Jahren verurteilt.

Coburg. Mehr als 27 Jahre nach einem Mord in einer Flüchtlingsunterkunft hat das Landgericht Coburg einen ehemaligen Asylbewerber schuldig gesprochen. Der inzwischen 63-Jährige muss wegen Mordes neuneinhalb Jahre hinter Gittern, wie ein Sprecher des Gerichts am Montag bestätigte.

Die Staatsanwaltschaft hatte elf Jahre Haft gefordert. Sie warf dem Rumänen vor, im November 1992 mit einem Bierkrug seinen Zimmergenossen erschlagen zu haben. Das ebenfalls aus Rumänien stammende Opfer soll mit dem Gesicht zur Wand gelegen und nicht mit dem Angriff gerechnet haben. „Der Angeschuldigte wird daher beschuldigt, heimtückisch einen Menschen getötet zu haben“, hieß es in der Anklage. Die Verteidigung plädierte nach Angaben des Gerichts für Freispruch.

Mann wenige Tage nach der Tat verhaftet

Wenige Tage nach der Tat war der Mann in München verhaftet und nach Rumänien abgeschoben worden. Er hatte in verschiedenen Städten in Deutschland unter falschen Namen Asylanträge gestellt. Durch den Abgleich von Fingerabdrücken rückte der 63-Jährige dann Jahre später wieder in den Fokus der Ermittler. 2019 wurde er in Rumänien verhaftet und nach Deutschland überführt.

RND/dpa