Donnerstag , 1. Oktober 2020
Das Ortsschild von St. Wolfgang. Mit Hunderten von Tests haben Behörden auf einen Corona-Ausbruch im beliebten oberösterreichischen Touristenort St. Wolfgang reagiert. Quelle: Fotokerschi.At / Kerschbaummayr/

Zahl der Corona-Fälle in österreichischem St. Wolfgang steigt weiter

In mehreren Tourismusbetrieben in St. Wolfgang in Oberösterreich ist die Zahl der Corona-Infektionen auf 53 gestiegen. Die Ergebnisse von 419 weiteren Abstrichen stehen noch aus.

Wien. Die Zahl der Corona-Infektionen in mehreren Tourismusbetrieben in St. Wolfgang in Oberösterreich ist um neun auf mindestens 53 gestiegen. Wie ein Sprecher der oberösterreichischen Landesregierung auf Twitter schrieb, seien nun alle 628 Tests vom Samstag ausgewertet. Es fehlten noch die Ergebnisse von 419 weiteren Tests, die am Sonntag durchgeführt wurden.

In den vergangenen Tagen seien bei der eigens eingerichteten Coronatest-Station im Ort insgesamt 1600 Mitarbeiter und Gäste getestet worden, sagte die Gesundheitsministerin des Landes Oberösterreich, Christine Haberlander, im ORF-Radio am Montag.

Bei den Betroffenen handelt es sich nach Angaben Haberlanders um 52 Mitarbeiter und einen Gast. Laut ORF sind 14 Hotels und Lokale in St. Wolfgang betroffen, ebenso ein Badeplatz und ein Lebensmittelgeschäft. Zwei Bars wurden bereits am Freitag geschlossen. Zudem ordneten die Behörden am Samstagabend für die örtliche Gastronomie eine Sperrstunde ab 23.00 Uhr an.

Ort muss wohl nicht in Quarantäne

Nach den Worten des Sprechers des Tourismusbüros sind zum jetzigen Zeitpunkt weder Betriebsschließungen noch die Schließung des Ortes angedacht. Die Bekanntheit des Ortes entpuppe sich nun als Fluch, sagte die Besitzerin eines betroffenen Hotels am Montag im ORF-Radio. Wären die Fälle in einem weniger bekannten Urlaubsregion aufgetreten, hätte sich niemand dafür interessiert, meinte sie. Sie rechne nun mit vielen Stornierungen.

Einen Vergleich zur Situation im österreichischen Ischgl im März, das zeitweise als Hotspot der Verbreitung galt, wiesen die Verantwortlichen strikt zurück. Bei Bekanntwerden des ersten Falls habe man sofort mit den Tests begonnen, hieß es. “Wichtig ist, dass man einen Überblick über die Infektionsketten hat”, sagte Haberlander. Im Ö1-Morgenjournal kündigte sie an, dass Gäste, bei der Ausreise ab sofort einen Zettel ausfüllen müssen, woher sie kommen, wohin sie reisen und ob sie getestet wurden.

Insgesamt sind in Österreich aktuell knapp 1600 Menschen mit dem Virus infiziert. Schwerpunkte bei den Neuinfektionen sind die Bundesländer Wien und Oberösterreich.

RND/dpa