Samstag , 15. August 2020
Frankfurt am Main: Ein Polizist wirft am Abend seinen Schatten auf eine der Säulen der Alten Oper. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa

Krawalle in Großstädten: Kretschmer für mehr Härte bei Verstößen – Dreyer für Deeskalation

In Frankfurt und Stuttgart ist es zu Krawallen und Angriffen auf Polizisten gekommen. Die Reaktionen darauf sind geteilt. Während Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer eine härtere Regeldurchsetzung fordert, ruft die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer zu Besonnenheit auf.

Berlin. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht die jüngsten Krawalle in deutschen Großstädten als Folge eines über Jahre zu weichen Vorgehens gegen Regelverstöße. Auf die Frage, was in Stuttgart und Frankfurt/Main schiefgegangen sei, sagte Kretschmer der „Rheinischen Post“ (Samstag): „Ich bin nicht nah genug an diesen Städten, um ein Urteil abzugeben. Aber eine Meinung habe ich dazu: Wir müssen unsere Werte, unsere Regeln bereits im Kleinen durchsetzen.“

Wenn dies „über Jahre nicht geschieht, wenn man in kleinen Gruppen lärmend im Park sitzen und Alkohol trinken und Drogen nehmen kann und nie einer kommt und sagt, dass Schluss ist, dann werden aus 50 Leuten 500 oder mehr“. Sobald die Polizei dann die geltenden Regeln durchsetzen wolle, gebe es großen Widerstand.

Dreyer ruft zu Besonnenheit auf

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) rief in der Debatte über Gewaltausbrüche in Großstädten zur Besonnenheit auf. „Es ist wichtig, dass die Polizei in solchen Fällen präsent ist, und sie sollte den Weg der Deeskalation gehen“, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag).

Es geht „vor allem um eine Gruppe von Menschen, die unzufrieden sind, weil sie wegen Corona nicht feiern können. Da hat sich Frust angestaut und auch Hass auf Behörden und die sogenannte Obrigkeit“, sagte Dreyer. In Frankfurt und Stuttgart war es in den vergangenen Wochen an Wochenenden zu Krawallen gekommen. Gruppen überwiegend junger Menschen randalierten und verletzten Polizisten.

RND/dpa