Montag , 26. Oktober 2020
Farid Bang bei einem Konzert. Quelle: imago images/Future Image

Video mit Skandal-Rapper Farid Bang: Düsseldorfer OB stellt Löschung in Aussicht

Die Zusammenarbeit der Stadt Düsseldorf mit dem umstrittenen Rapper Farid Bang sorgt für heftige Diskussionen. Jetzt geht der Düsseldorfer Oberbürgermeister auf die Kritiker zu.

Düsseldorf. Nach nicht abreißender Kritik an der Kooperation mit dem Skandal-Rapper Farid Bang ist Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) bereit, ein umstrittenes Video aus dem Social-Media-Kanal der Stadt zu löschen. Sollte sich die Mehrheit der demokratischen Fraktionen im Rat dafür aussprechen, werde er das Video löschen lassen. Das kündigte Geisel am Freitag in einem Brief an seine Wahlkampfunterstützer und SPD-Mitglieder an. Angesichts der kontroversen Diskussionen auch in seiner eigenen Partei stelle er sich die Frage, ob er richtig gehandelt habe, schreibt Geisel in dem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Brief.

Geisel hatte am Mittwoch einen Video-Clip der Stadt veröffentlichen lassen, in dem der wegen frauenfeindlicher, gewaltverherrlichender und antisemitischer Texte kritisierte Düsseldorfer Rapper feiernde junge Leute in der Altstadt zum Respekt vor den Corona-Regeln ermahnt. Der Clip, mit dem Geisel vor allem junge Männer mit Migrationshintergrund ansprechen will, wurde quer durch die Parteien und auch von der jüdischen Gemeinde kritisiert. Das Video wurde laut Geisel mittlerweile bereits mehrere Hunderttausend Mal angeklickt.

Entschuldigung bei Frauen und Mitgliedern der Queer-Community

Geisel entschuldigt sich in dem Brief dafür, dass auch viele Frauen und Mitglieder der Queer-Community „regelrecht entsetzt und zum Teil auch persönlich getroffen und verletzt“ worden seien. Diesen Aspekt habe er „offensichtlich nicht gründlich genug recherchiert“. Zur Toleranz gehöre aber auch, „Anschauungen, Lebensentwürfe und Äußerungen auszuhalten, die unseren Vorstellungen von zivilisatorischem Fortschritt und Political Correctness nicht entsprechen“. Zu dieser vielfältigen Gesellschaft gehörten auch Farid Bang, seine Fans und „die jungen Männer, die am Wochenende das Rheinufer unsicher machen“.

RND/dpa