Mittwoch , 21. Oktober 2020
Ratten "bevölkern" das gesamte Gebäude des Fleischbetriebs. Quelle: picture alliance/dpa

Fleisch aus Betrieb mit Rattenbefall in 22 Länder geliefert

Bei einem Fleischbetrieb in Dissen hat sich eine große Rattenpopulation gebildet. Deswegen sollen rund 470 Tonnen Fleisch vernichtet werden, berichtet Kreissprecher Burkhard Riepenhoff. Ob das betroffene Fleisch auch verzehrt worden sei, könne er nicht sagen.

Osnabrück. Das Fleisch aus einem von Rattenbefall betroffenen Betrieb in Dissen (Kreis Osnabrück) ist in 22 Länder geliefert worden, darunter in 14 EU-Länder inklusive Deutschland. Nach Angaben des Landkreises handelte es sich bei der Ware vor allem um Schweineinnereien, die an insgesamt 37 Betriebe geliefert wurden. Es geht um rund 470 Tonnen Fleisch, wie Kreissprecher Burkhard Riepenhoff am Freitag mitteilte. Für die Entsorgung seien die Betriebe verantwortlich. Ob das betroffene Fleisch verzehrt worden sei, könne er nicht sagen.

Die Staatsanwaltschaft prüfe derzeit, ob es seitens der Firma mit Blick auf die Informationspflicht etwaige Versäumnisse gegeben habe. Die Osnabrücker Behörden waren im Juni im Rahmen einer Routineuntersuchung auf den Rattenbefall in der Firma aufmerksam geworden, die das Problem schon seit Januar hatte. Der Kreis erließ ein Verarbeitungsverbot für sämtliches Fleisch, das seit 15. Januar 2020 in den Betrieb gelangt war und ordnete zudem die Vernichtung aller in den Räumen hergestellten Lebensmittel an.

Hinweise auf eine sehr große Rattenpopulation

Das Verwaltungsgericht bestätigte diese Woche diese Anordnungen als rechtmäßig. Es seien Kotpillen, Laufwege, Fellreste und Anzeichen für Nestbau der Ratten in einem Umfang gefunden worden, der auf eine sehr große Rattenpopulation hindeute, so das Gericht. Maßnahmen zu deren Bekämpfung hätten bisher keinen Erfolg gezeigt, die Ratten “bevölkerten” das gesamte Gebäude.

RND/dpa