Sonntag , 27. September 2020
Es soll wegen der nicht eingehaltenen Maskenpflicht zu einem Streit gekommen sein. (Symbolbild) Quelle: imago images/Gottfried Czepluch

Busfahrer wegen Verweis auf Maskenpflicht verprügelt? Videos zeigen das nicht eindeutig

In Oldenburg soll vergangene Woche ein Busfahrer, der auf die Maskenpflicht hinwies, verprügelt worden sein. Die Polizei teilt jetzt mit, dass der Fall durch die Überwachungsvideos nicht so eindeutig bewiesen werden kann. Diese zeigten nämlich, dass der Fahrer als erstes handgreiflich geworden sei.

Oldenburg. Nach dem Angriff auf einen Busfahrer in Oldenburg im Streit um die Maskenpflicht sucht die Polizei weiter nach zwei unbekannten Männern. Allerdings stellt sich für Ermittler der Fall nicht so eindeutig dar, wie er teilweise in Medien beschrieben worden ist. Überwachungsvideos aus dem Bus zeigten, dass der Fahrer als erstes handgreiflich geworden sei, sagte Polizeisprecher Stephan Klatte am Donnerstag.

Nach seinen Angaben waren zwei Männer am 16. Juli abends in den Stadtbus eingestiegen, von denen einer keine Mund-Nasen-Bedeckung trug. Der Fahrer habe sie auf die Maskenpflicht im Nahverkehr hingewiesen, daraufhin sei er von den Passagieren beleidigt worden. Der Busfahrer rief die Polizei und verriegelte die Türen.

Busfahrer nimmt einen der mutmaßlichen Täter in den Schwitzkasten

Als die Männer versuchten, die Tür zu öffnen, nahm der Busfahrer einen von ihnen in den Schwitzkasten – so Klattes Darstellung. Dann sei er von den Männern geschlagen worden, die durch die Tür entkamen.

Der Fahrer habe eine leichte Gehirnerschütterung erlitten, die der Hausarzt diagnostiziert habe, sagte Klatte. Der Busfahrer und Zeugen des Geschehens sollen kommende Woche zu dem Vorfall befragt werden.

Tödliche Attacke auf Busfahrer in Frankreich

Der Vorfall schlug auch in sozialen Medien Wellen mit Blick auf Frankreich. Dort war Anfang Juli ebenfalls ein Busfahrer attackiert worden, der die Maskenpflicht durchsetzen wollte. Der Mann starb an seinen Verletzungen. Klatte wollte das aber nicht mit dem Oldenburger Fall vergleichen: “Da sind wir ganz weit davon entfernt.”

RND/dpa