Montag , 19. Oktober 2020
Stephan Trepte von der Ostrock-Kultband Electra ist gestorben. Quelle: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dp

Electra-Sänger Stephan Trepte mit 70 Jahren gestorben

Er war die Stimme von DDR-Bands wie Electra, Lift oder Reform. Nun ist der Musiker Stephan Trepte im Alter von 70 Jahren gestorben.

Berlin. Stephan Trepte, Musiker und Sänger der in der DDR bekannt gewordenen Rockband Electra („Nie zuvor“, „Tritt ein in den Dom“), ist tot. Er starb im Alter von 70 Jahren, wie sein Sohn, der Schauspieler Ludwig Trepte, am Donnerstag auf seinem Instagram-Account bestätigte. Neben Electra sang Trepte unter anderem auch mit der ebenfalls aus Dresden stammenden Band Lift, später noch mit der Magdeburger Gruppe Reform.

„Mein Herz soll ein Wasser sein/ein salziges Wasser/das aus den Augen rinnt/wenn es überläuft“, zitierte Ludwig Trepte aus dem Song „Mein Herz soll ein Wasser sein“, das sein Vater mit Lift gesungen hatte. „Am letzten Montag noch bist du 70 Jahre alt geworden und morgen wollten wir gemeinsam mit deinen Enkelkindern in den Urlaub fahren“, hieß es weiter. „Du warst ein begnadeter Sänger voller Emotionen und deine Stimme ging mir direkt ins Herz.“

Trepte stammt aus Sachsen

Trepte stammte aus dem sächsischen Biehla. Nach einer Ausbildung zum Maschinenbauer spielte er zunächst in Amateurbands, bevor er von Electra-Chef Bernd Aust zur Band geholt wurde. Für Electra sang Stephan Trepte 1972 als ersten Song „Tritt ein in den Dom“. Die Band und ihr Lied wurden auch deswegen bekannt, weil der Song in der DDR als Werbung für die Kirche interpretiert und das Lied deswegen kaum noch offiziell gespielt wurde.

Nach Spannungen bei Electra wechselte Trepte 1974 zu Lift, zwei Jahre später ging er zunächst zu Neon und landete schließlich bei Reform. Bis zur Auflösung der Band 1986 blieb er dabei. Später beteiligte sich Trepte an verschiedenen Musikprojekten, auch mit ehemaligen Kollegen aus der Zeit mit Lift und Electra. Zu Electra stieß Trepte später wieder hinzu und blieb als Sänger bis zur Auflösung der Band 2015 dabei.

RND/dpa