Freitag , 30. Oktober 2020
Das Landgericht Braunschweig ist nun für die Entscheidung über eine vorzeitige Entlassung des Verdächtigen im Fall Maddie zuständig. Quelle: imago images/Chris Emil Janßen

Verdächtiger im Fall Maddie: Landgericht Braunschweig zuständig

Der Bundesgerichtshof hat dem Landgericht Braunschweig die Zuständigkeit im Fall der vermissten Maddie McCann zugesprochen. Damit müssen nun die Richter in Braunschweig über die vorzeitige Entlassung des Verdächtigen auf Bewährung entscheiden. Der 43-Jährige sitzt derzeit eine mehrjährige Haftstrafe wegen Drogenhandel in Kiel ab.

Braunschweig/Karlsruhe. Das Landgericht Braunschweig muss entscheiden, ob der im Fall Maddie verdächtige Mann vorzeitig auf Bewährung aus der Haft entlassen werden kann. Der Bundesgerichtshof (BGH) beendete mit einem entsprechenden Beschluss einen Zuständigkeitsstreit der Landgerichte Braunschweig und Kiel, wie die BGH-Pressestelle am Donnerstag mitteilte (Az.: 2 ARs 181/20).

43-jähriger Verdächtiger sitzt derzeit Haftstrafe ab

Der in Kiel inhaftierte 43-Jährige steht im Verdacht, 2007 die dreijährige Madeleine McCann aus einer Ferienanlage in Portugal entführt zu haben. Die Ermittler in Deutschland sind überzeugt, dass das Kind tot ist. Der Mann ist wegen Sexualstraftaten auch an Kindern vorbestraft und sitzt in Kiel eine Strafe ab, die 2011 das Amtsgericht Niebüll gegen ihn verhängte. Dabei ging es um den Handel mit Drogen. Das Haft-Ende ist für den 7. Januar 2021 terminiert, zwei Drittel dieser Strafe waren am 7. Juni dieses Jahres verbüßt.

Das Landgericht Kiel hatte den Antrag, den Rest zur Bewährung auszusetzen, nach Braunschweig zurückgewiesen. Zur Begründung hieß es, dass sich das Gericht dort bereits mit der Frage befasst habe, als der Verurteilte vor seiner Verlegung nach Kiel noch in der Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel inhaftiert gewesen war. Die Kollegen in Braunschweig waren allerdings der Ansicht, dass ihre Zuständigkeit abgeschlossen war.

RND/dpa