Sonntag , 20. September 2020
Der Angeklagte im Prozess um einen Mord mit einem Samuraischwert kommt in einen Gerichtssaal des Landgerichts. Quelle: Marijan Murat/dpa

Mord mit Samuraischwert: Anklage fordert 13 Jahre Haft und Therapie

Er tötete seinen ehemaligen Mitbewohner mit einem Samuraischwert. Im Fall des 31-jährigen Mannes aus Stuttgart fordert die Anklage nun eine Haftstrafe von 13 Jahren sowie die Behandlung in einer Psychiatrie. Ein Gutachter hatte dem Mann zuvor religiösen Wahn bescheinigt.

Stuttgart. Im Prozess um eine tödliche Attacke mit einem Samuraischwert in Stuttgart hat die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe von 13 Jahren wegen Mordes gefordert. Außerdem müsse der 31 Jahre alte Angeklagte in einer Psychiatrie untergebracht werden, forderte die Staatsanwältin am Donnerstag vor dem Landgericht.

Angeklagter tötete Mitbewohner aus Rache

„Er steht mit einem Bein im Wahn“, zitierte sie den Gutachter, der den Mann zuvor als vermindert schuldfähig eingeordnet hatte. Der Angeklagte habe seinen früheren Mitbewohner im Juli vergangenen Jahres „mit absolutem Vernichtungswillen“ umgebracht. Er habe sich eingebildet, vom Opfer missbraucht oder verspottet worden zu sein. Deshalb habe er aus Rache zum Schwert gegriffen.

Der Mann sei bei der Bluttat im Juli des vergangenen Jahres schuldunfähig gewesen, sagte sein Verteidiger in seinem Plädoyer. Gemeinsam mit seinem Kollegen forderte er für den Mandanten Freispruch. Außerdem müsse der Angeklagte in einer Psychiatrie untergebracht werden.

Der Jordanier soll seinen früheren Mitbewohner auf offener Straße umgebracht haben. Während die Beweise für die Bluttat unter anderem wegen Handyvideos eindeutig scheinen, blieb das Motiv auch nach sämtlichen Zeugenaussagen unklar. Der Angeklagte schweigt weiter zu den Vorwürfen und einem Motiv. Am Montag will das Landgericht ein Urteil sprechen.

RND/dpa